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Verschleiern und tricksen

11/2026

VNW-Direktor Andreas Breitner:

1. Landesregierung informiert die Menschen über die finanziellen Auswirkungen des schleswig-holsteinischen Sonderwegs nicht.
2. Soziale Vermieter erwarten eine massive Verteuerung des Wohnens.
3. Die Landtagswahl im Jahr 2027 muss auch zur Abstimmung über das Vorziehen von Klimaneutralität werden.

Die Energieversorger in Schleswig-Holstein werden die Entgelte für ihre Gasnetze deutlich erhöhen. Das wird für die Mieterinnen und Mieter zu Mehrkosten in Höhe von mehreren Hundert Euro führen. Der Grund: Das Land will bereits 2040 klimaneutral sein – fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU.

Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

„So langsam dämmert es nicht nur den Experten der Immobilien- und Wohnungswirtschaft, sondern auch Sozial- und anderen Verbänden, Journalistinnen und Journalisten, dass der schleswig-holsteinische Sonderweg, Klimaneutralität bereits 2040 erreichen zu wollen, die Menschen im echten Norden echt teuer zu stehen kommt.

Mich stört, dass die Landesregierung den Mieterinnen und Mietern keinen reinen Wein einschenkt und offen sagt: ‚Ja, das ist ein Beitrag für mehr Klimaschutz und der Preis, den wir im Norden dafür zahlen‘. Stattdessen wird verheimlicht, verschleiert und die Öffentlichkeit irgendwie für doof verkauft.

Politisch Verantwortliche streuen den Menschen Sand in die Augen und tun so, als würden die Mehrkosten nicht anfallen oder sehr gering ausfallen. Diese Verschleierung der tatsächlichen Lage ist unredlich.

Diese Taktik gelingt allerdings zum Glück zunehmend nicht mehr. Die Mieterinnen und Mieter erleben bei ihrer Heizkostenabrechnung eine andere Realität als die, die ihnen von der Politik vorgekaukelt wird.

Sowohl die Heizkosten als auch die Mieten werden wegen des Vorziehens der Klimaneutralität auf 2040 deutlicher steigen als bei einem späteren Termin. Unsere Experten haben ausgerechnet, dass dadurch die Mieten um bis zu einem Euro pro Quadratmeter höher ausfallen müssen.

Für die sozialen Vermieter gehört Nachhaltigkeit zu ihrer DNA. Unsere Mitgliedsunternehmen sind Bestandshalter – sie pflegen und unterhalten ihre Wohnungsbestände über viele Jahrzehnte. Sie haben also ein großes Interesse an einer lebenswerten Zukunft.

Lebenswert bedeutet aber immer die Einheit von bezahlbarem Wohnen und Klimaschutz. Beide Elemente sind zwei Seiten einer Medaille. Das Ringen um Nachhaltigkeit und die Energiewende dürfen nicht dazu führen, dass die Menschen sich das Wohnen nicht mehr leisten können.

Im kommenden Jahr sollten die Menschen an der Wahlurne entscheiden, ob sie diesen Weg des Vorziehens von Klimaneutralität für richtig halten - oder nicht. Das wäre legitim. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen wird auf diesen Zusammenhang hinweisen.“

12/02/2026

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 478 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 730.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de