Länder brauchen neue Klimastrategie
13/2026
Die Regierungskoalition in Berlin hat sich auf eine Novelle des Gebäudemodernisierungsgesetzes geeinigt.
Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):
„Die Beschlüsse der Koalition über die Novelle des Gebäudemodernisierungsgesetzes stellt Hamburg und Schleswig-Holstein beim Erreichen ihrer überambitionierten Klimaziele vor erhebliche Herausforderungen. Spätestens jetzt wäre es sinnvoll, innezuhalten und auf einen pragmatischen und bezahlbaren Energiewende-Pfad einzuschwenken. Wer an ideologisch motivierten Zielen festhält, wird scheitern.
Während beide Bundesländer bereits im Jahr 2040 klimaneutral sein wollen, weicht die neue Bundesregelung von strengen Technologievorgaben ab und setzt auf einen langsameren Transformationspfad. Beide Landesregierungen müssen nun erklären, warum sie an dem früheren Termin festhalten wollen. Wir fordern sie auf, ihre Klimaneutralitätsziele mit denen des Bundes zu harmonisieren.
Für die massiven Investitionen der Unternehmen in die Energiewende sind Sicherheit und Vertrauen in politische Beschlüsse unverzichtbar, die für ganz Deutschland gelten. Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen keine autarken Klimainseln sein. Auch hier muss nationales Recht gelten. Wir brauchen daher eine einheitliche Klimastrategie für Deutschland ohne föderale Störungen.
Vor allem das Ziel der beiden Bundesländer, wonach der Gebäudesektor bis 2040 nahezu vollständig dekarbonisiert sein muss, dürfte nun – wie von uns bereits wiederholt angemerkt – schwer zu erreichen und mit erheblichen ‚Sonderkosten‘ in den beiden Ländern verbunden sein. Wir gehen davon aus, dass vor allem Eigentümer von Einfamilienhäusern sich jetzt mehr Zeit lassen werden.
Die VNW-Unternehmen halten das Ziel, Klimaneutralität bereits 2040 zu erreichen, für überambitioniert. Das wird zu einer zusätzlichen, erheblichen Erhöhung der Mieten führen. Gleichwohl haben sich die viele VNW-Unternehmen bereits auf den Weg gemacht und einen eigenen Klimapfad erarbeitet. Dabei geht es im Kern darum, Klimaneutralität zu erreichen, ohne dass die Mieten deutlich steigen.
Unsere Unternehmen passen ihre Investitionsstrategien an und setzen dabei auf Quartierslösungen, auf den Betrieb technischer Anlagen bis zu ihrem ‚Lebensende‘ und auf den Ansatz, jene Gebäude vorrangig energetisch zu sanieren, die besonders viele klimaschädliche Emissionen ausstoßen, also ‚worst first‘.
Die Berliner Beschlüsse dürfen jetzt nicht zu einem Nachlassen des Engagements der Energieerzeugen bei der Dekarbonisierung führen. Wir brauchen in den kommenden Jahren eher mehr als weniger klimaneutral erzeugte Heizenergie und Strom, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten.
25/02/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 481 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 730.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de
