VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Publikationen // Tätigkeitsbericht

    Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

     

    Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

    Die regionalen Wohnungsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern sind weiter stabil. Die Baugenehmigungen für Wohnungen sind von 6.262 auf 6.231 leicht gefallen. Die durchschnittliche Leerstandsquote betrug Ende 2016 5,8 Prozent im eigenen Bestand und liegt damit um 0,34 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Auch die Fluktuationsrate ist rückläufig. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Entwicklung im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern sehr differenziert vollzieht. Die Durchschnittsmiete ist im Vergleich zum Vorjahr von 5,00 Euro/m² um 1,4 Prozent auf 5,07 Euro/m² gestiegen. In der Fläche liegt die Durchschnittsmiete unter diesem Wert, in den Groß- und Universitätsstädten meist darüber. Die Fertigstellungszahlen des Jahres 2016 lagen mit 431 Wohnungen knapp 7 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. Für 2017 planen die Unternehmen hingegen den Neubau von 620 Wohnungen. Die Investitionen der Mitgliedsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind mit rund 281 Millionen Euro für die Modernisierung und Instandsetzung über Vorjahresniveau und sollen in 2017 auf 298 Millionen Euro steigen. Die Ausgaben für den Wohnungsneubau steigen ebenfalls an und sollen im Jahr 2017 rund 155 Millionen Euro ausmachen.

    Wohnungswirtschaftliches Gesamtkonzept nötig

    Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die Entscheidung der neuen Landesregierung, den Baubereich dem Infrastrukturministerium zuzuordnen, und freut sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. In der Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien sind gute Ansätze zu finden, es fehlt jedoch ein wohnungswirtschaftliches Gesamtkonzept, das eine komplexe Sichtweise beinhaltet. Die Entwicklung der ländlichen Räume, die Neuausrichtung des Stadtumbaus, Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft und „Wie weiter mit dem Klimaschutz?“ sind Themen für die Weiterführung der Allianzgespräche.

    Neues Förderprogramm "Neubau sozial"

    Für die Programmjahre 2016/2017 hat das Land ein seit langem gefordertes Zuschuss-Förderprogramm „Neubau sozial“ aufgelegt (in 2016: 12,5 Mio. Euro / in 2017: 14,5 Mio. Euro). Bedingung ist, dass es am Markt einen Wohnungsmangel gibt, der sich in einer Leerstandsquote von weniger als vier Prozent ausdrückt. Die anfängliche Miete beträgt 5,50 Euro/m² Wohnfläche; gekoppelt an eine Belegungsbindung von 20 Jahren. Durch die Begrenzung auf Standorte mit geringem Leerstand sind nur wenige Unternehmen förderfähig. Andererseits gibt es Neubaubedarfe landesweit, die es erforderlich machen, das Zuschussprogramm „Neubau sozial“ auch auf Städte und Gemeinden mit Wachstumsperspektive zu übertragen, unabhängig von der festgelegten Leerstandsquote. Der Bedarf an altengerechten, zumindest barrierereduzierten Wohnungen mit Personenaufzug und vertretbaren Mieten rechtfertigt diese Forderung. Bisherige frei finanzierte Neubauvorhaben können in einem Preissegment von anfänglich 5,50 Euro/m² nicht realisiert werden.

    Bezahlbarkeit des Wohnens sichern

    Die Entwicklungen kommunaler Gebühren und Abgaben sowie die Kosten für die Lieferung von Wärme und Warmwasser haben sich auch in 2016 als Preistreiber erwiesen. Durch den seit 2014 fortgeschriebenen Gebührenspiegel konnten insbesondere bei den Fernwärmepreisen akzeptable Lösungen erzielt werden. Als neuer Handlungsschwerpunkt für 2017 zeigen sich die Entwicklungen der Gebühren für Abwasser und Müll. Ebenfalls wichtiges Thema ist und bleibt die Festlegung der Angemessenheit im Rahmen der Kosten der Unterkunft – diese korrespondiert häufig nicht mit den Kostenentwicklungen der kalten Betriebskosten.

    Neue Anforderungen durch Pflegebedürftigkeit

    Mit zunehmend älter werdender Bevölkerung nimmt das Thema Pflege an Bedeutung zu. Ende 2015 waren rund 79.000 Personen in Mecklenburg-Vorpommern pflegebedürftig, ein Anstieg um 9,2 Prozent gegenüber der Erhebung von 2013. Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung variiert in den Landkreisen. Den höchsten Anteil hält der Landkreis Vorpommern-Rügen (6,3/100 Einwohner), die niedrigste Quote die Hansestadt Rostock (4,1/100 Einwohner). Mehr als drei Viertel der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut. Die Nachfrage nach ambulanter Hilfe, aber auch nach intelligenten technischen Assistenzsystemen in der Wohnung steigt.

     


    Foto: AWG Güstrow