VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Publikationen // Tätigkeitsbericht

    Wohnungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern

     

    Signale stehen auf Wachstum - Positiv-Trend bei Beschäftigung/Wirtschaftswachstum und Bevölkerung setzt sich fort

    Die Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern wirkten sich 2015 fördernd auf das Geschehen am Wohnungsmarkt aus. Der positive Trend bei Beschäftigung und Wirtschaftswachstum hielt weiter an. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg um 0,1 Prozent; der Durchschnitt der Neuen Länder (ohne Berlin) lag bei minus 0,3 Prozent. Der Zuwachs in Mecklenburg-Vorpommern resultiert vor allem aus dem produzierenden Gewerbe (+ 0,6  Prozent) und geringfügig aus dem Dienstleistungsbereich (+ 0,1  Prozent).

    Das Bruttoinlandsprodukt stieg preisbereinigt im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 1,4 Prozent und bewegte sich damit im Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosigkeit ging weiter zurück. Die Quote betrug 2015 im Durchschnitt 10,4 Prozent, 2014 noch 11,2 Prozent. Bundesweit lag die Quote bei 6,4 Prozent.

    Die Bevölkerung wuchs im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent bzw. 1.461 Einwohner und resultiert ausschließlich aus einem Wanderungsgewinn.

    Mit einem Minus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beklagte die Baubranche einen Rückgang des Gesamtumsatzes Jedoch ist mit Blick auf die per November 2015 registrierten Auftragseingänge für die Zukunft wieder mit einer positiven Entwicklung des Baugeschehens zu rechnen, besonders der Wohnungsneubau vermeldet ein Auftragsplus von rund 70 Prozent, der öffentliche Bau hingegen ein Minus von 8,5 Prozent.

    Baugenehmigungen

    Die Baugenehmigungen sind von 4.792 in 2014 auf 6.257 in 2015 gestiegen.

    Wohnungsmärkte 2015 weiterhin stabil

    Die Mietwohnungsmärkte zeigen sich weiterhin stabil, wenn auch differenziert. Die über Jahre anhaltende Abwanderung von Einwohnern aus den ländlichen Regionen in die Städte bewirkt eine Ausdünnung mit Folgen für vorhandene bzw. zu erneuernde Infrastruktur.

    So verteuert sich das Wohnen auf dem Land nicht wegen steigender Mieten, sondern durch ständig steigende Nebenkosten, die größtenteils durch kommunale Gebühren und Abgaben verursacht werden (Grundsteuer, Müll, Wasser/Abwasser). Die hohe Arbeitslosigkeit in diesen Regionen verschärft diese prekäre Situation zusätzlich für die kommunalen Haushalte.

    Mit dem Zuzug in die Städte sind für die dort agierenden Wohnungsunternehmen eine verbesserte Nachfrage, weiter zurückgehende Leerstände und damit gute Ausgangsbedingungen für notwendige Investitionen in die Bestände verbunden. Die Anmietung von Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen durch die Landkreise hat mit dazu beigetragen, dass sich der Anteil leerstehender Wohnungen weiter verringert hat. Die durchschnittliche Leerstandsquote konnte zum Ende 2015 im eigenen Bestand auf 5,59 Prozent abgesenkt werden (2014: 6,6  Prozent).

    Auch die durchschnittlichen Netto-Kalt-Mieten stiegen, wenn auch regional unterschiedlich, von 4,92 Euro/m²/monatlich auf 5,01 Euro/m²/monatlich.

    Der Mietanstieg wird in Mecklenburg-Vorpommern auch ohne Mietpreisbremse durch folgende Faktoren gedrosselt:

    •           verhaltene Nachfrage (mit Ausnahmen),

    •           geringe (Wohn)-kaufkraft,

    •           hoher Anteil von SGB II und SGB XII-Empfänger,

    •           tendenziell steigende Betriebs- und Heizkosten.

    Investitionen weiter auf hohem Niveau

    Die mecklenburgisch-vorpommerschen Mitgliedsunternehmen nehmen ihre Verantwortung für die Sicherung bezahlbaren Wohnens wahr und investieren weiter auf hohem Niveau.

    So wurden 2015 wieder rund 347 Millionen Euro für Neubau und Bestandspflege (Vorjahr ausgegeben. Schwerpunkt ist der barrierereduzierende Umbau, einschließlich der Nachrüstung von Personenaufzügen.

    Auch die in 2014 bereits deutlich auf 297 Wohnungen angestiegenen Fertigstellungszahlen, wurden in 2015 mit 463 Wohnungen deutlich überschritten. Für 2016 planen die Unternehmen die Fertigstellung von 566 Wohnungen.

    Interessenvertretung von VNW und LVMV

    Namensänderung in VNW Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

    Die Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen e. V. hat am 2. Dezember 2015 auf ihrer Mitgliederversammlung eine Namensänderung beschlossen. Unter der neuen Bezeichnung VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. vertritt dieser 150 Mitgliedsunternehmen in wohnungswirtschaftlichen und wohnungspolitischen Fragen gegenüber den Landesministerien, Verbänden und anderen Institutionen. Damit passt er sich dem einheitlichen Corporate Design des VNW und der beiden anderen Landesverbände an.

    Jetzt muss der  Landesverband seinen Bekanntheitsgrad mit dem neuen Design weiter steigern. Die Mitgliedsunternehmen bewirtschaften insgesamt rund 278.000 Wohneinheiten, davon rund 252.000 eigene Wohnungen und bieten so über 560.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gutes, sicheres und bezahlbares Wohnen. Die Leerstandsquote lag per 31. Dezember 2014 bei 6,59 Prozent im eigenen Bestand und sinkt kontinuierlich. 

    Im Vorstand werden die wohnungswirtschaftlichen und wohnungspolitischen Ziele definiert und in den sechs Bezirksarbeitsgemeinschaften durch den regen Meinungsaustausch an die regionalen Belange angepasst. Die Landesgeschäftsstelle in Schwerin unterstützt die Gremien des Landesverbandes bei ihrer Arbeit.

    Wohnungen für Flüchtlinge

    Vorrangiges Thema ist die Unterbringung von Schutzsuchenden und Flüchtlingen. 2015 haben mehr als 20.000 Flüchtlinge den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gefunden. 2016 wird dieser Zustrom anhalten. Mittlerweile vermieten mehr als 70 Unternehmen über 1.900 Wohnungen an Hilfesuchende. Dies ist eine große wirtschaftliche, logistische und gesellschaftliche Leistung. Sie übernehmen mit der Integration dieser Menschen gesellschaftliche und soziale Verantwortung. 

    Aufgrund von Leerständen und unter Beachtung integrationsfähiger Sozialräume hat der Landesverband im Rahmen der „Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern“ ein weitere 1.500 Wohnungen für die Versorgung von Menschen mit Marktzugangsproblemen (darunter zählen auch die Flüchtlinge) zur Verfügung gestellt. Für dieses Kontingent hat er mit dem Land ein Instandsetzungsprogramm vereinbart. Hieraus können Zuschussmittel seit dem 2. Dezember 2015 beantragt werden.

    Die Unterbringung von Flüchtlingen wird uns noch lange beschäftigen. Deshalb fordert der Landesverband vom Bund und vom Land Mecklenburg-Vorpommern konkrete Programme und Regelungen zur Integration und eine Stärkung der Investitionsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Damit soll die notwendige Infrastruktur - wie Schulen, Kindertagesstätten und Versorgungseinrichtungen – geschaffen werden.

    Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern

    Die im Dezember 2014 ins Leben gerufene „Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern“ hat sich bewährt. In konstruktiver Atmosphäre wurden mit den Allianzpartnern Bundesverband Freier Wohnungsunternehmen Landesverband Nord e. V.; Landesverband Haus und Grund Mecklenburg-Vorpommern e. V.; Deutscher Mieterbund, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.; Bauverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. sowie dem Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern unter Leitung des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern die für die Wohnungswirtschaft relevanten Themen diskutiert und nach Machbarkeit und im Einvernehmen in konkretes Handeln übergeführt. Positive Ergebnisse in 2015 waren u.a.:

    •           Ein generelles Moratorium für die Abrissförderung wurde verhindert.

    Wirtschaftlich sinnvolle und aufgrund des Stadtumbaus notwendige Rückbauvorhaben werden weiterhin gefördert. Es werden Einzelfallentscheidungen durch das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern gefällt.

    •           Es wurde ein neues Programm für Instandsetzungsmaßnahmen zur Unterbringung von Menschen mit Marktzugangsproblemen ins Leben gerufen.

    •           Die Darlehenskonditionen für die Wohnraumförderprogramme wurden an das Niveau der KfW-Förderung gekoppelt und gelten seit dem 2. Dezember 2015.

    •           Das bisherige Zuschussprogramm für die Förderung von Personenaufzugsanlagen wird in 2016 und 2017 fortgeführt. Die Höhe der förderfähigen Kosten und die Zuschusshöhe wurden an die aktuelle Preisentwicklung für derartige Anlagen angepasst.

    •           In Mecklenburg-Vorpommern soll der Wohnungsneubau wieder gefördert werden. Die Programmabstimmung läuft seit Frühjahr 2016.

    •           An der Arbeit der Allianz wird sich der Landesverband auch in 2016 weiter beteiligen.

    Wohnen muss bezahlbar bleiben

    Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des Landesverbandes bleibt die Gewährleistung günstiger Rahmenbedingungen für bezahlbares Wohnen. Das niedrige Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt sichert ein gutes Investitionsklima und die Rentabilität von Investitionen sowohl in den Neubau als auch für die Bestandssanierung.

    Es ist zu erwarten, dass die KfW ihre Programme ab April 2016 sichtbar verbessert und somit die Finanzierungsrahmenbedingungen für wohnungswirtschaftliche Investitionen interessanter werden. Damit lassen sich zum Teil die deutlichen Kostensteigerungen im Bau und durch Überregulierung kompensieren.

    Dem Thema günstiges Bauen und Sanieren widmet der Landesverband in 2016 besonderes Augenmerk und wird sich deshalb in Veranstaltungen mit dem seriellen Bauen und der 2. Modernisierungswelle befassen.

    Im vergangenen Jahr haben sich die Entwicklungen kommunaler Gebühren und Abgaben sowie die Kosten für die Lieferung von Wärme und Warmwasser weiter als Preistreiber erwiesen. Der für Mecklenburg-Vorpommern fortgeschriebene Gebührenspiegel hat sich als Instrument für Transparenz bewährt. Insbesondere bei den Fernwärmepreisen konnten dadurch vielerorts durch Vergleiche akzeptable Lösungen in den Preisverhandlungen und in der Vertragsgestaltung erzielt werden. Als neuer Handlungsschwerpunkt zeigen sich die Entwicklungen der Gebühren für Abwasser und Müll. Diese werden in 2016 Schwerpunkt der Interessenvertretung. Der Gebührenspiegel wird auch im Jahr 2016 fortgeschrieben.

    Foto: WOBAG Wohnungsbau- und Verwaltungsgesell­schaft mbH, Grevesmühlen