VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Zahl der Baugenehmigungen sinkt

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Politik muss gegensteuern. Fehlende Baugrundstücke und hohe Auslastung der Baubranche sind die Hauptprobleme.

    198/2019

    In allen drei norddeutschen Bundesländern ist in den ersten acht Monaten dieses Jahres die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zu 2018 gesunken. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Den größten Rückgang vermeldete das Amt in Hamburg. Dort seien von Januar bis August dieses Jahres 4025 Wohnungen bewilligt worden. Das ist im Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2018 ein Rückgang um rund 37 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern fiel der Rückgang mit knapp 2,5 Prozent gering aus. Dort wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres 4045 Wohnungen genehmigt. In Schleswig-Holstein lag die Zahl der zwischen Januar und August 2019 bewilligten Wohnungen bei 8734 - rund 15 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2018.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Es ist schon paradox: während die Politik darüber diskutiert, neue Regelungen für einen bereits hoch regulierten Wohnungsmarkt einzuführen, bleibt der Bau von Wohnungen mehr und mehr auf der Strecke. Jede Wohnung, die heute nicht genehmigt wird, fehlt in zwei, drei Jahren und wird die Mietpreise weiter in die Höhe treiben. Da helfen auch keine Sonntagsreden. Sinnvoller wäre es, sich dieses konkreten Problems anzunehmen. Schließlich kann allein der Bau von Wohnraum die Situation auf den Wohnungsmärkten entspannen. 

    Hauptgrund für den Rückgang der Zahl der Baugenehmigungen ist der Mangel an geeigneten Grundstücken. Vor allem in den Wirtschaftszentren wird es immer schwieriger, Baugrund zu finden. Dort sind die reifen Früchte gepflückt und nicht jedes Grundstück ermöglicht den Bau bezahlbarer Wohnungen. Zudem ist die Baubranche ausgelastet, so dass manches Bauprojekt verschoben werden muss. Zu guter Letzt erschweren die Vielzahl an Bauvorschriften und zusätzliche Anforderungen den Bau von Wohnungen, vor allem, wenn sie für Normalverdiener bezahlbar sein sollen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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