VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

Presseinformation

Wohnungswirtschaft engagiert sich im Klimaschutz

Presse-Info

vom 19. Oktober 2016

„Wer A(LFA) sagt, muss auch B(ETA) sagen.“ Unter diesem Motto startet der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., VNW, das Projekt „BETA Nord – BetriebsEffizienz Technischer Anlagen“. Es folgt auf das erfolgreich abgeschlossene Projekt „ALFA Nord – Allianz für Anlagentechnik“. Im Vordergrund von BETA Nord steht die laufende energetische Betriebsführung und Optimierung von Heizungsanlagen mit dem Ziel, den Energieverbrauch im Gebäudesektor deutlich zu verringern. Die VNW-Mitgliedsunternehmen starten das Projekt mit 100 Anlagen. Erwartet wird eine Effizienzsteigerung von bis zu 30 Prozent und mehr in zwei Jahren, dies entspricht einer Einsparung von rund 3 Kilotonnen CO2 jährlich.

Wenn sich zukünftig noch mehr VNW-Mitgliedsunternehmen beteiligen und auf 50 Prozent der Wohnfläche im Verband durchschnittlich 15 Prozent Energieeinsparung bewirkt werden können, dann entspricht das einer jährlichen CO2-Einsparung von 85 Kilotonnen CO2 oder 200 ausgebuchten Langstreckenflügen von Hamburg nach New York.

Den Startschuss für das Projekt BETA Nord gaben VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner und Umweltsenator Jens Kerstan am 19. Oktober 2016 beim Bauverein der Elbgemeinden, BVE, in Iserbrook. Kerstan ist Schirmherr des Projekts.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie:

„Wir begrüßen die Initiative des VNW sehr. Um den Klimaschutz voranzubringen, sind solche Projekte von großer Bedeutung. Die Freie und Hansestadt Hamburg engagiert sich seit vielen Jahren im Klimaschutz – doch allein lassen sich die Ziele der Energiewende kaum erfüllen. Wir brauchen starke Partner mit innovativen Ideen. Der Gebäudesektor mit seinem hohen Wärmebedarf steht beim Thema Wärmewende besonders im Fokus. Da lässt sich mit dem Projekt BETA Nord viel erreichen – für den Klimaschutz, für die Wohnungsunternehmen, für die Mieterinnen und Mieter und nicht zuletzt für ganz Hamburg.“

Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor:

„Die Verbandsunternehmen haben den Klimaschutz im Blick. Die Möglichkeiten des Energieeinsparens durch Sanierung, Modernisierung und beim Neubau werden längst genutzt. Das darüber hohe Einsparpotenzial durch eine effizientere Anlagentechnik ist bereits im Projekt ALFA Nord deutlich geworden. Mit dem Anschlussprojekt BETA Nord soll nun an 100 Anlagen eine laufende energetische Betriebsführung durchgeführt werden, mit der bis zu 30 Prozent und mehr der bisher verbrauchten Energie für Heizung und Warmwasser eingespart werden können. Ein vielversprechendes Projekt mit Vorbildfunktion.“

Zehn Verbandsunternehmen beteiligen sich bisher an BETA Nord und weitere haben ihre Teilnahme angekündigt. Heute hat der Bauverein der Elbgemeinden, BVE, die kleine BETA-Box mit der großen Wirkung in seinem Quartier in Iserbrook angeschlossen. Über die BETA Box werden die digitalen Messdaten der Anlagentechnik für 289 Wohnungen zur Visualisierung und Auswertung an die BETA Zentrale übermittelt. Aktuell werden hier rund 3 Millionen kWh pro Jahr verbraucht. Durch die energetische Betriebsführung und die darauf basierende Optimierung kann sich der Verbrauch der Anlage deutlich verringern. Um wieviel Prozent soll das Projekt zeigen. Die Prognosen reichen bis zu 30 Prozent und mehr.

Axel Horn, Vorstandsmitglied Bauverein der Elbgemeinden, BVE:

„Von BETA Nord erhoffen wir uns einen nachhaltigen Einstieg in Betriebsführung und Monitoring von Heizanlagen. Die Verbesserung der Anlageneffizienz in unserem gesamten Bestand ist für uns der richtige Weg, auch als Gegenpol zur Dämmung ganzer Häuserblocks. Wir erhoffen uns in der Breite vorerst bescheidene 4 bis 6 Prozent Energieeinsparung. Allein für die Anlage hier am Op’n Hainholt bedeutet das eine Einsparung von 150.000 kWh (entspricht 15.000 Ltr. Heizöl sowie 27 Tonnen CO2). Ob die prognostizierten höheren Einsparungen tatsächlich erzielt werden, wird das Projekt BETA Nord zeigen. Auf die Ergebnisse sind wir sehr gespannt.“

Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor:

„Für die Vermieter bedeutet BETA Nord nicht nur, einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Anlagen sind weniger störungsanfällig, Wartungs- und Reparaturkosten können gespart werden und die Zufriedenheit der Bewohner steigt – durch verlässlichere Energie- und Wärmezufuhr und – nicht zuletzt – durch geringere Betriebskosten. BETA Nord ist für alle ein Gewinn.“

Projekt BETA Nord:

Beispiel 1:

Ein Heizungsbauer hat in einem 40 Wohneinheitenhaus die Heizkörpertemperatur auf minimal 60°C gestellt und die Sommer- / Winterumschaltung auf 29°C Außentemperatur. Hierdurch ist der Energieverbrauch von 200.000kWh auf 500.000kWh also um 150 Prozent gestiegen.

Beispiel 2:

Ein handelsüblicher Fühler, wie er in jeder Heizungsanlage verwendet wird, war defekt, wodurch die Kessel immer auf Maximaltemperatur aufgeheizt wurden. Mangelmeldungen aus dem Gebäude gab es nicht: „Es war ja immer schön warm“. Der Energieverbrauch stieg um 50 Prozent.

Fazit:

In beiden Fällen wurde der unnötige Energiemehrverbrauch erst anderthalb Jahre später durch eine Auswertung der Nebenkosten festgestellt. Diese beiden Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, die Anlagen mit einem EKG ähnlich wie beim Menschen zu untersuchen –

das ist BETA Nord. Die BETA Box ermöglicht es, die Temperaturverläufe und Verbrauchsdaten im Minutentakt auf einen Server zu übertragen, auszuwerten und innerhalb eines Tages den Fehler, der zum energetischen Mehrverbrauch führt, zu finden und zu beseitigen.

Mehr Informationen zum Projekt BETA Nord erhalten Sie in der Anlage und unter www.vnw.de/services/technik-und-energie/beta-nord/.

Anlagen:

Projektskizze

Bild und Grafik

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 320 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 91, Mecklenburg-Vorpommern: 150, Schleswig-Holstein: 79). In ihren 732.000 Wohnungen (Hamburg: 294.000, Mecklenburg-Vorpommern: 270.000, Schleswig-Holstein: 168.000) leben rund 1,4 Millionen Menschen.

Weitere Informationen zum VNW finden Sie auf www.vnw.de