VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ruhige Hand nötig

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Bundesratsinitiative des Senats: „Es geht mehr um Signale als um Wirkung für den Wohnungsmarkt.“

    177/2019

    Der Hamburger Senat hat am Dienstag eine Bundesratsinitiative zur Reform des Mietrechts verabschiedet. Mit Hilfe des Gesetzesentwurfs sollen die Mietpreisbremse verlängert, die Kappungsgrenze von 15 auf zehn Prozent gesenkt und die Regelung zur Schonfristzahlung angepasst werden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Alles, was den Bau bezahlbaren Wohnraums fördert, ist eine sinnvolle Sache. Eine Verschärfung der Mietpreis- und der Kappungsgrenze gehört sicher nicht dazu. Sie schaffen nicht eine einzige zusätzliche Wohnung und führt nur zu mehr Bürokratie auf einem ohnehin überregulierten Markt. Notwendig wäre hingegen eine ruhige politische Hand, die Wohnungsunternehmen hilft, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

    Wenn schon der SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf nur von einem ‚wichtigen Signal‘ spricht, dann bedeutet das eben, dass es mehr um Signale als um Wirkung für den Wohnungsmarkt geht.

    Hamburg hätte derartige Bundesratsinitiativen auch gar nicht nötig, da die verschiedenen Senate in den vergangenen Jahren auf den Bau von Wohnungen gesetzt haben. In der Folge wurden seit dem Jahr 2011 rund 40.000 Wohnungen errichtet, darunter eine Vielzahl öffentlich geförderter Wohnungen.

    Dass dieses Wohnungsbauprogramm Erfolg zeitigt, haben unlängst mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegt. So stieg im vergangenen Jahr die durchschnittliche Miete in Hamburg um 1,3 Prozent. Die allgemeine Preissteigerungsrate lag 2018 bei 1,9 Prozent.

    Allerdings tun die aktuellen Initiativen des Hamburger Senats den VNW-Unternehmen kurzfristig nicht wirklich weh. Hamburgs VNW-Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund bezahlbare 2100 Wohnungen fertiggestellt. Dieses Jahr sollen es mehr als 3000 werden. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei Hamburger VNW-Unternehmen bei 6,79 Euro. 

    Doch wenn die Baukosten weiter stark steigen und später auch die Zinsen wieder anziehen, dann sind künftig Einschränkungen in Neubau und Modernisierungen zu befürchten.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/Fontanis