VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Optimismus und Sorge vor Populismus

    Gut 250 Gäste beim VNW-ManagementForum in Lübeck-Travemünde. Vor allem die wirtschaftlichen Aussichten der Unternehmen sind gut.

    6/2020

    Wohnungswirtschaft geht mit großem Optimismus in das Jahr - Neujahrsumfrage: Geschäftsaussichten sind sehr gut - VNW-Direktor Andreas Breitner warnt auf dem ManagementForm 2020 in Lübeck-Travemünde jedoch davor, das wirtschaftliche Fundament der Unternehmen durch populistische Forderungen auszuhöhlen - „Nur wer solide wirtschaftet, kann bezahlbare Wohnungen anbieten!“

    Lübeck-Travemünde. Trotz nachlassender Wirtschaftskonjunktur geht die norddeutsche Wohnungswirtschaft mit großem Optimismus in das neue Jahr. 85 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer von Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften bewerten das aktuelle Geschäftsklima in der Branche mit ausgezeichnet, sehr gut oder gut. 96 Prozent rechnen mit einer ausgezeichneten, sehr guten bzw. guten Geschäftsentwicklung ihres Unternehmens.

    Das ergab eine Neujahrsumfrage des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) und des Verbands der Wohnungswirtschaft Niedersachsen Bremen unter rund 400 Unternehmen, deren Ergebnisse am Mittwoch auf dem ManagementForum des VNW in Lübeck-Travemünde vorgestellt wurden. Die beiden Verbandsgebiete umfassen die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. 

    Das VNW-ManagementForum in Lübeck-Travemünde ist alljährlich das erste große Treffen der Wohnungswirtschaft im Norden, auf dem sich Geschäftsführer und Vorstände von VNW-Wohnungsunternehmen austauschen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Bedingungen für den Bau und die Vermietung bezahlbarer Wohnungen. Im VNW sind 378 Unternehmen organisiert. Die monatliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen im Durchschnitt bei 5,92 Euro.

    Populistische Forderungen ignorieren einfachste betriebswirtschaftliche Regeln

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind ein Garant für das bezahlbare Wohnen und den sozialen Frieden in den Quartieren“, sagte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner vor den gut 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des VNW-ManagementForums. „Aber auch unsere Unternehmen müssen zuerst das Geld verdienen, das ihnen anschließend niedrige Mieten ermöglicht und das sie für soziale Zwecke ausgeben können.“

    Andreas Breitner beklagte die Zunahme populistischer Forderungen aus der Politik, die einfachste Regeln der Betriebswirtschaft ignorieren. „Nur wer solide wirtschaftet, kann bezahlbare Wohnungen anbieten.“ Die Begrenzung der Modernisierungsumlage oder ein Mietenstopp legen aber die Axt an das wirtschaftliche Fundament unserer Unternehmen. „Wir bauen aber nicht auf Sand. Vielmehr gilt: bezahlbares Wohnen braucht ein tragfähiges ökonomisches Fundament.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner bekannte sich ohne Wenn und Aber zum Klimaschutz. „Die norddeutsche Wohnungswirtschaft wird dabei ihren Beitrag leisten.“ Allerdings gelte gerade angesichts dieser Herausforderung, die wirtschaftliche Belastungsfähigkeit der Unternehmen nicht zu gefährden. „Wer Klimaschutz und bezahlbares Wohnen will, der darf jenen Unternehmen, die dafür stehen, nicht die wirtschaftlichen Grundlagen entziehen. „VNW-Unternehmen gehen sorgfältig mit Geld um, wirtschaften sparsam und sind nur deshalb in der Lage, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.“ 

    Hohe Baukosten und Populismus in der Politik sind die größten Hemmnisse für den Neubau

    Der Umfrage zufolge wollen 46 Prozent der Unternehmen in diesem Jahr mehr investieren als im vergangenen Jahr. 46 Prozent werden 2020 genau so viel wie 2019 investieren. Alle Unternehmen werden mit dem Bau von Wohnungen beginnen, jedes vierte Unternehmen sogar mit dem Bau von mehr als 50 Wohnungen.

    Trotz der guten Stimmung stehen die Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften vor großen Herausforderungen. So sind der Umfrage zufolge die größten Hemmnisse hohe Baukosten (29 Prozent), populistische Forderungen der Politik (18 Prozent), fehlende Grundstücke (16 Prozent), zu lange Baugenehmigungszeiten (14 Prozent), zu hohe Umweltschutzauflagen (14 Prozent) und eine unzureichende Förderung (neun Prozent).

    Angesichts fehlender Kapazitäten in der Bauwirtschaft haben sich die Bauzeiten zum Teil deutlich verlängert. Für 46 Prozent der Umfrageteilnehmer haben die Bauzeiten deutlich bzw. sehr erheblich zugenommen. Und die Aussichten in dieser Hinsicht sind trübe. 66 Prozent erwarten in den kommenden beiden Jahren eine Zunahme der Bauzeiten.

    Die von immer mehr Kommunen geplante Vergabe öffentlicher Baugrundstücke im Wege des Erbbaurechts findet unter den Wohnungsunternehmen keine Zustimmung. Der Umfrage zufolge sind 64 Prozent nicht bereit, Wohnungsneubau auf Erbbaurechtgrundstücken zu realisieren.

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Bertold Fabricius/VNW