VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Presseinformation

    Neubauten in Wandsbek – Richtfest hier – Kompromiss dort

    Presse-Info

    vom 27. September 2016

    Die Wohnungsgenossenschaft Hamburg-Wandsbek von 1897 (WHW) feiert heute, 27. September 2016, Richtfest an der Lesserstraße. Hier entstehen 31 frei finanzierte Neubauwohnungen mit 25 Tiefgaragenplätzen. Die Mieter sollen Anfang 2017 einziehen können. Ein Grund zur Freude, sagt Gastredner Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., VNW. „Um der Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Hamburg gerecht zu werden, müssen wir bauen, bauen, bauen. Die VNW-Mitgliedsunternehmen sind gut dabei, wie das heutige Beispiel der Wohnungsgenossenschaft Hamburg-Wandsbek von 1897 zeigt. Sie bauen für alle Menschen – frei finanzierte sowie geförderte Wohnungen. Bei den Fertigstellungszahlen im 1. Förderweg ist die WHW 1897 in den Jahren 2014 und 2015 sogar Spitzenreiter“, erklärt Breitner. Doch es gebe nicht nur Anlass zur Freude: „Während wir an dieser Stelle feiern, sehen wir uns an anderer Stelle in Wandsbek mit einer skurrilen Situation konfrontiert: Der Bezirk steht in der Josephstraße seit Jahren dem Bau von 66 Wohnungen, davon 33 Sozialwohnungen, aufgrund einer nicht nachvollziehbaren städtebaulichen Erhaltungsverordnung im Weg“, so der Verbandsdirektor.

    Hintergrund ist ein geplanter Abriss der auf dem Grundstück befindlichen und nicht unter Denkmalschutz stehenden Eckhaus-Altbebauung mit 24 Kleinwohnungen. Die Genossenschaftsmitglieder waren mit dem Abriss einverstanden und leben bereits in Übergangswohnungen. Ein renommierter Denkmalschutzgutachter hatte außerdem bescheinigt, dass sich der Erhalt der Altbebauung nicht lohne, da die Gebäude durch Kriegszerstörung und veränderten Teil-Wiederaufbau ihre geschichtliche Bedeutung verloren hätten. Trotzdem hat der Bezirk– aufgrund der „städtebaulichen und geschichtlichen Bedeutung des baulichen Bestandes“ – für eine Erhaltungsverordnung gestimmt und damit den Bau – auch von Sozialwohnungen – (erst einmal) verhindert.

    Nun gibt es aber einen Kompromissvorschlag der Genossenschaft. Dazu erklären die Vorstandsmitglieder der Wohnungsgenossenschaft Hamburg-Wandsbek von 1897 eG Detlef Siggelkow und Ralf Niedmers: „Wir haben unsere Planungen verändert. Nun bieten wir dem Bezirk an, die beiden Hinterhäuser zu erhalten und dort je ein Multiparksystem zum Einstellen von Kfz und Fahrrädern zu installieren. Dabei würden die Fassaden und die Kubatur der beiden Gebäude vollständig erhalten bleiben, lediglich der „Innenbereich“ würde komplett entkernt, um dort die Stellplätze zu schaffen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das jetzt vorhandene Satteldach des Gebäudes Josephstraße 10 a-b wieder so angeglichen werden könnte, dass es äußerlich dem abgewalmten Dach des Gebäudes Josephstraße 12 a-b entspricht. Wir verzichten damit auf rund sechs Wohnungen, könnten dann aber immer noch 60 Wohnungen, mit einem hohen Anteil an Sozialwohnungen, bauen. Wir hoffen sehr auf die Zustimmung des Bezirks.“

    Dazu VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner: „Ich begrüße den von der WHW 1897 eG nun vorgelegten Kompromissvorschlag. Dieser ist sehr ausgewogen und berücksichtigt insbesondere die Interessen des Bezirkes Wandsbek am Erhalt der beiden Hinterhäuser. Damit wäre allen gedient. Im Bündnis für das Wohnen 2016 sind die Bezirke ebenfalls Kooperationspartner. Die gute Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft und den Hamburger Bezirken für das bezahlbare Wohnen hat eine lange Tradition und hält bis heute an. In Anbetracht der Neubauziele und der guten Zusammenarbeit der Bündnispartner gehen wir davon aus, dass der Baugenehmigung mit der neuen Planung nichts mehr im Wege steht. Dann kann auch in der Josephstraße der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum entstehen.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 320 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 91, Mecklenburg-Vorpommern: 150, Schleswig-Holstein: 79). In ihren 732.000 Wohnungen (Hamburg: 294.000, Mecklenburg-Vorpommern: 270.000, Schleswig-Holstein: 168.000) leben rund 1,4 Millionen Menschen.

    Weitere Informationen zum VNW finden Sie auf www.vnw.de