VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

Presseinformation

Land und Wohnungswirtschaft für mehr bezahlbaren Wohnraum - Albig und Breitner bekräftigen Zusammenarbeit

Presse-Info

vom 1. Februar 2017

Ministerpräsident Torsten Albig hat heute, 1. Februar 2017, vor gut 50 Entscheidern schleswig-holsteinischer Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften sowie kommunalen Vertretern zur engen Zusammenarbeit beim Wohnungsbau aufgerufen. Albig sprach auf Einladung des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., VNW. Der hatte zu einem wohnungswirtschaftlichen Frühstück eingeladen (WOWI-Frühstück). Nach der neuesten Bevölkerungsprognose braucht Schleswig-Holstein bis 2030 gut 100.000 neue Wohnungen - darunter ein großer Anteil für Menschen mit kleinen Einkommen.

Nach Worten von VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner dient das WOWI-Frühstück dem direkten fachlichen Austausch der Akteure in Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft. „Ziel ist es, miteinander konkrete Lösungen für mehr bedarfsgerechten, bezahlbaren Wohnungsbau zu entwickeln. In der Sache sind wir uns einig. Wir brauchen mehr Neubau - den richtigen an den richtigen Stellen. Forderungen allein bauen aber keine Wohnungen. Es braucht konkretes Handeln auf allen Ebenen.

Ministerpräsident Torsten Albig verwies auf die Wohnraum-Förderprogramme des Landes und rief ebenso alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf: „Der Bedarf an bezahlbarem Wohnungsbau kann nur in gemeinsamer Verantwortung erfüllt werden“, sagte er. Mit mehr als 20.000 fertigstellten Wohnungen in 2014 und 2015 sei Schleswig-Holstein dabei auf einem guten Weg. Mehr als 15.000 Baugenehmigungen in 2016 würden diesen positiven Trend bestätigen. „Das Land wird das sehr erfolgreiche „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ fortsetzen und weiterhin verlässliche und ressortübergreifende Rahmenbedingungen sicherstellen.“

Der VNW lobte die angekündigte Verbesserung der Wohnraumförderung. Das Land habe die Relevanz des Wohnungsbaus erkannt. Andreas Breitner: „Zuschüsse sind ein sehr wichtiges Signal an die Wohnungswirtschaft.“ Ziel sei es, verstärkt Investitionen in den mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungsbau zu lenken. Das sei zuletzt wegen hoher Auflagen und Kosten wirtschaftlich immer seltener vertretbar gewesen.

Der VNW-Verbandsdirektor erinnerte daran, dass Wohnungsbau nicht allein eine Finanzierungsfrage sei. „Wohnungsbau und die langfristige Pflege des Bestandes brauchen starke, verlässliche Investoren mit hoher regionaler Verbundenheit. Außerdem ist die Mithilfe der Verwaltung und Politik in den Kommunen unabdingbar. Wohnraum ist Teil kommunaler Infrastruktur, Wohnraumversorgung eine Daueraufgabe. Wohnungsbau muss auf Verwaltungsebene Chefsache und von der Kommunalpolitik gewollt sein“, so Breitner.

Wohnungsbau sei politisch zu oft, zu lange von untergeordneter Bedeutung gewesen. Defizite könnten nur Schritt für Schritt abgebaut werden. Damit geplant und möglichst bald gebaut werden könne, brauche es nach Breitners Worten geeignete Grundstücke sowie zeit- und kostensensible Baugenehmigungsverfahren. Kommunen müssten über die Kapazität und die finanzielle Ausstattung verfügen, um in Baulanderschließung und Wohnfolgeinfrastrukturen investieren zu können. Wenn guter, bezahlbarer Wohnraum das Ziel sei, sollten Kommunen eigene Anforderungen und Wünsche kritisch hinterfragen. Die gesetzlichen Baustandards garantierten bereits eine sehr hohe Qualität, die aber eine Menge Geld koste. Wo machbar, gehe die Wohnungswirtschaft auch darüber hinaus. Die hohe Wohnungsnachfrage könne mit teuren Leuchtturmprojekten aber nicht gedeckt werden. Sorge bereiten dem Verbandschef die weitgehend ausgelasteten Kapazitäten bei Fachplanern, im Baugewerbe und Handwerk. „Hier haben wir einen Flaschenhals“, so Breitner.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 320 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 91, Mecklenburg-Vorpommern: 150, Schleswig-Holstein: 79). In ihren 732.000 Wohnungen (Hamburg: 294.000, Mecklenburg-Vorpommern: 270.000, Schleswig-Holstein: 168.000) leben rund 1,4 Millionen Menschen.

Weitere Informationen zum VNW finden Sie auf www.vnw.de

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Bildunterschrift: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (Mitte) zu Gast beim WOWI-Frühstück in Kiel mit Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor (rechts), und Raimund Dankowski, Vorsitzender des VNW Landesverbandes Schleswig-Holstein (links). Fotograf: Jörg Wohlfromm / Werbung.sh.