VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Einzelhandel und Gastronomie leiden

    Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern: Während es bei den Mietzahlungen für Wohnungen kaum Probleme gibt, meldet das Gewerbe erhebliche Schwierigkeiten.

    83/2020

    Schwerin. Die Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsgesellschaften, Immobilienverwalter und privaten Wohneigentümer in Mecklenburg-Vorpommern haben beim Wohnraum bislang kaum Mietausfälle infolge der Corona-Pandemie registriert. Bei den Gewerbemieten sieht es anders aus. Dort ist fast jedes fünfte Mietverhältnis von Zahlungsschwierigkeiten infolge der Corona-Pandemie betroffen. Besonders leiden die Branchen Einzelhandel (16 Prozent der Teilnehmer) und Gastronomie (18 Prozent). Insgesamt liegen die Mietausfälle beim Wohnen und Gewerbe auf Grund der Corona-Pandemie bislang bei rund 530.000 Euro.

    Das ergab eine Umfrage, die zwischen dem 18. und 22. Mai 2020 durchgeführt wurde. An der Umfrage beteiligen sich 109 Unternehmen und private Vermieter, die beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), beim IVD Nord und bei Haus & Grund Mecklenburg-Vorpommern organisiert sind.

    Die Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, vermieten insgesamt 95.299 Wohnungen. Von diesen Mietverhältnissen sind 377 (0,4 Prozent) von corona-bedingten Schwierigkeiten betroffen. Mit gut fast der Hälfte der betroffenen Mieterinnen und Mieter konnte bereits eine Vereinbarung über eine Stundung oder eine Teilzahlung getroffen werden. Im Durchschnitt liegt der gesamte Mietausfall pro Mietverhältnis inzwischen bei 828 Euro.

    Bei den Gewerbemieten - hier stehen die Teilnehmer der Umfrage für insgesamt für 1202 Mietverhältnisse - sind 234 (19,47 Prozent) von Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Mit 177 Betroffenen konnte eine Vereinbarung über eine Stundung oder eine Teilzahlung getroffen werden. Im Durchschnitt liegt beim Gewerbe der gesamte Mietausfall pro Mietverhältnis bei 924 Euro.

    „Die Wohnungsmieten werden bislang überwiegend zuverlässig gezahlt. Aber wir sorgen uns, dass es schon in den kommenden Wochen auf Grund der wirtschaftlichen Talfahrt zu einem Anstieg der Zahlungsschwierigkeiten kommen kann. Darauf müssen sich alle einstellen. Es fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm“, lautet die Einschätzung der wohnungswirtschaftlichen Verbände.

    „Wichtig ist, dass die sozialen Sicherungssysteme wie bisher greifen. Es hat sich bislang als zielführend erwiesen, die Beantragung von Wohngeld zu vereinfachen. Außerdem haben in sehr vielen Fällen Mieter und Vermieter gemeinsam einvernehmliche Lösungen gefunden.

    Für die Gewerbevermieter sei die Lage hingegen schon jetzt sehr ernst, so die Verbände weiter. „Hier wäre es sinnvoll, wenn die Politik für Geschäftsinhaber und Restaurantbesitzer pragmatische Lösungen findet, um die Umsatzausfälle zu kompensieren. Schließlich sind die Unternehmen ja nicht auf Grund eigener Fehler in Schwierigkeiten geraten, sondern weil der Staat wegen der Pandemie so strenge Auflagen verordnete. Wichtig ist, dass die Gewerbetreibenden ihre Mieten und anderen Ausgaben bezahlen können.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Jens Büttner/dpa