VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Einkommen steigen rascher

    VNW-Direktor Andreas Breitner: "Studie belegt - In Norddeutschland explodieren keine Mieten, sondern die Einkommen.“

    8/2020

    In Hamburg und Schleswig-Holstein sind im Zeitraum zwischen 2014 und 2018 die Bruttolöhne deutlich stärker gestiegen als die Neuvertragsmieten. Das geht aus einer Studie des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die das Hamburger Abendblatt am Freitag berichtet. Demnach lag im Jahr 2014 die durchschnittliche Neuvertragskaltmiete in der Hansestadt bei 10,07 Euro pro Quadratmeter. Bis 2018 sei diese um 3,3 Prozent auf durchschnittlich 10,39 Euro gestiegen. In den selben vier Jahren stiegen der IW-Studie zufolge die durchschnittlichen Bruttolöhne jedoch um 8,7 Prozent. So lag der monatliche Durchschnittsverdienst 2014 in Hamburg bei 3247,92 Euro und 2018 bei 3530,46 Euro.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die gute Nachricht zuerst: Für immer mehr Menschen ist ihre Wohnung bezahlbar. Die Einkommen steigen und die Mieten ziehen nicht in gleichem Maße nach. Natürlich sind die Mieten in den vergangenen Jahren in Hamburg gestiegen. Wie die allgemeine Preisentwicklung nach oben zeigt. Zur Vollständigkeit gehört aber, die Entwicklung der Einkommen zu berücksichtigen. Und da zeigt sich, dass die Mietkostenbelastung für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hansestadt in den vergangenen Jahren gesunken ist, weil der Anstieg ihrer Löhne und Gehälter höher ausfiel als der Mietenanstieg.

    Diese Entwicklung ist zuallererst der guten Wirtschaftskonjunktur und dem hohen Anteil an qualifizierten Beschäftigten auf dem Hamburger Arbeitsmarkt zu verdanken. Hinzu kommt das Wohnungsbauprogramm der Hamburger Senate seit dem Jahr 2011, in deren Rahmen rund 56.000 Wohnungen gebaut wurden. Die Ergebnisse der Studie widerlegen aber auch jene, die von einer dramatischen Verschlechterung der Wohnsituation in Hamburg reden und mit Begriffen wie ‚Wohnungsnot‘ oder ‚Mietenexplosion‘ Ängste schüren wollen. Im Norden explodieren nicht die Mieten, sondern inzwischen die Einkommen.

    Zur Wahrheit gehört zudem, dass die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften erheblich zu dem Bauboom in der Hansestadt beigetragen haben. Seit 2016 errichten sie rund 5000 bezahlbare Wohnungen. Die monatlich Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den Hamburger VNW-Unternehmen im Durchschnitt bei 6,79 Euro.“

    Ähnliche Entwicklung in Schleswig-Holstein

    Eine ähnliche Entwicklung wie in Hamburg verzeichneten die Landkreise und größeren Städte in Schleswig-Holstein. „Auch dort stiegen die durchschnittlichen Einkommen zumeist deutlicher als die Neuvertragskaltmieten“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. So lag beispielsweise in Kiel der Anstieg der Mieten bei 7,1 Prozent, während die Bruttoarbeitsentgelte sich um 9,2 Prozent erhöhten. In Lübeck erhöhten sich die Mieten um 7,7 Prozent, die Löhne und Gehälter um 9,2 Prozent. 

    Ähnlich war die Entwicklung im Hamburger „Speckgürtel“. Den Studienergebnissen zufolge stiegen im Landkreis Pinneberg die Mieten um zwei Prozent, während die Löhne um 8,1 Prozent wuchsen. Im Landkreis Stormarn erhöhten sich die Mieten um 4,1 Prozent, die Löhne um 8,2 Prozent. Lediglich in den Landkreisen Nordfriesland und Plön lag der Mietenanstieg - wenn auch geringfügig - höher als der Lohnanstieg.

    „Auch in Schleswig-Holstein ist falsch, von einer Wohnungsnot oder Mietenexplosion zu sprechen“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Das heißt aber nicht, dass man sich auf diesen Ergebnissen ausruhen sollte. Nur eine Verbesserung auf der Angebotsseite, also der Neubau von bezahlbaren Wohnungen an den richtigen, nachgefragten Stellen.

    Die Kieler Landesregierung hat erkannt, dass nur dies hilft, die Mietenentwicklung in den Griff zu bekommen und wirkt auf die Kommunen ein. Bei ihnen liegt aufgrund der Grundstücksverfügbarkeit und Planungshoheit der Schlüssel für eine Entlastung des Wohnungsmarktes. Die im VNW organisierten Unternehmen unterstützen die Landesregierung dabei!“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

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