VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    "Eine geschmacklose Entgleisung"

    VNW-Direktor Andreas Breitner kritisiert populistische SPD-Veröffentlichung zur Mietpreisbremse. Es ist nicht gut, Menschen zu entmenschlichen.

    174/2019

    Mit einer Debatte über die Wohnungspolitik hat der Landtag in Kiel am Mittwoch seine Beratungen aufgenommen. Die SPD hatte dazu eine Aktuelle Stunde beantragt. Auslöser waren unterschiedliche Entscheidungen in Kiel und Berlin zur Mietpreisbremse. Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP in Schleswig-Holstein wollen dieses Instrument zum 30. November auslaufen lassen. Dagegen hat die große Koalition in Berlin eine Verlängerung und in Teilen eine Verschärfung beschlossen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die von der Jamaika-Koalition in Kiel geplante Abschaffung von Mietpreis- und Kappungsgrenze ist eine richtige Entscheidung. Die Landesregierung darf jetzt nicht wackeln, auch wenn der Gegenwind aus Berlin und durch die Opposition im Kieler Landtag stärker wird.‘ Die Mietpreisbremse bleibt unnütz und unwirksam.  

    Zugleich kritisierte VNW-Direktor Andreas Breitner die Nord-SPD. Die Partei hatte in einer Veröffentlichung vom Dienstag alle Kritiker der Mietpreisbremse aus der Wohnungswirtschaft unterschiedslos als „Miethai“ bezeichnet und von ihrer Kritik auch Wohnungsgenossenschaften sowie kirchliche und kommunale Wohnungsgesellschaften nicht ausgenommen.

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind auch gegen die Mietpreisbremse. Uns aber als Miethai zu verunglimpfen ist eine Frechheit. Die VNW-Unternehmen, deren durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter im Land bei 5,75 Euro liegt, garantieren in Schleswig-Holstein seit mehr als 120 Jahren das bezahlbare Wohnen. Sie sind die Mietpreisbremse.

    Ich finde es überhaupt völlig daneben Menschen und Ihre Meinungen zu entmenschlichen und sie mit Tieren gleichzusetzen. Das hat es in der Vergangenheit alles schon mal gegeben. Egal ob „Miethai“, „Heuschrecke“ oder in der nächsten Debatte vielleicht „Schwein“: Ich erwarte, dass diese Grafik geändert wird. Sie ist eine geschmacklose Entgleisung, die vor allem auf den Absender zurückfällt.“

    Mit Blick auf die Debatte im Landtag erklärte VNW-Direktor Andreas Breitner: „Die sogenannte Mietpreisbremse ist ein Beispiel für die anhaltenden Versuche der Bundespolitik, mit unbrauchbaren Mitteln in einen funktionierenden Wohnungsmarkt einzugreifen. Zusammen mit einer Kappungsgrenze und Überlegungen für einen Mietendeckel ist ein Punkt erreicht, an dem vor allem Anbieter bezahlbaren Wohnraums an die Grenze des Machbaren stoßen.

    Die gegenwärtigen Regelungen zur Mietpreis- und Kappungsgrenze haben nach Erfahrungen unserer Mitgliedsunternehmen keine positiven Auswirkungen auf die Situation in angespannten Wohnungsmärkten. So ist die Steigerung des Mietendurchschnitts zumeist die Folge des Neubaus von Wohnungen. 

    Diese Wohnungen sind aber aus gutem Grund von der Mietpreisbremse nicht betroffen. Exorbitant steigende Baukosten und fehlende Kapazitäten bei den Bauunternehmen haben die Baupreise in den vergangenen Jahren in astronomische Höhen steigen lassen. Neue staatliche Auflagen tragen ebenfalls dazu bei. Die Folge ist ein deutlicher Mietenunterschied zwischen Neubau- und Bestandswohnungen.

    Eine Mietpreisbremse trifft eher langfristig orientierte Vermieter, die Wohnungen zu günstigen Mieten anbieten. Wer eine größere Gewinnspanne hat, kann Einschränkungen leichter verschmerzen als Unternehmen, die lediglich eine ‚schwarze Null’ schreiben. Sie müssen Investitionen in die Modernisierung oder den Neubau hinausschieben.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

     

    Foto: AdobeStock/Marco2811