VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Beim Erbbaurecht die Wahl lassen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Bilanz des Hamburger Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen.

    185/2019

    Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel hat am Donnerstag die Bilanz des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) vorgestellt. Danach seien im vergangenen Jahr mit rund 131 Millionen Euro in Maßnahmen wie Immobilienankäufe, Flächenentwicklung und Objektsanierung geflossen. Der LIG habe maßgeblich zur Erreichung stadtentwicklungspolitischer Ziele beigetragen, sagte Dressel. So seien 153 Grundstücke für den Bau von 2.428 neuen Wohnungen, davon 2.139 Wohnungen im Geschosswohnungsbau, bereitgestellt worden. 763 Wohneinheiten davon seien öffentlich gefördert worden. Dressel kündigte an, dass der Senat das „Instrument der Erbbaurechtsbestellung“ ausweiten und deutlich stärker nutzen werde als bisher.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Hamburg ist mit seiner Fokussierung auf den Wohnungsbau seit mehreren Jahren auf dem richtigen Weg. Die Bilanz des LIG belegt das. An dieser Strategie sollte die Landesregierung in den kommenden Jahren festhalten - unabhängig davon, wer nach der Bürgerschaftswahl im Februar 2020 im Rathaus regieren wird. Allein der Bau von Wohnungen kann die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt entspannen.

    Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen stehen für bezahlbares Wohnen und haben in den vergangenen drei Jahren rund 5000 bezahlbare Wohnungen gebaut. Derzeit liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei 6,79 Euro. Für VNW-Unternehmen ist es wichtig, dass ihnen die Stadt über den LIG bezahlbare Grundstücke zum Verkauf anbietet. Wichtig ist dabei die Bezahlbarkeit, weil die Grundstückskosten neben den Baukosten inzwischen die größten Kostentreiber beim Wohnungsbau sind.

    Die Ankündigung des Finanzsenators, öffentliche Grundstücke künftig vermehrt auf dem Weg des Erbbaurechts zu vergeben, löst bei den VNW-Unternehmen dagegen gemischte Gefühle aus. Einige VNW-Mitgliedsunternehmen bieten in Hamburg nun schon seit mehr als 100 Jahren bezahlbare Wohnungen zur Miete an. Sie haben damit über viele Jahrzehnte, selbst in Krisenzeiten, unter Beweis gestellt, dass sie sozial denkende Unternehmen sind und es ihnen nicht um Maximalrendite geht.

    Sinnvoll wäre es, den Wohnungsgenossenschaften es selbst zu überlassen, ob sie ein öffentliches Grundstück in Erbpacht übernehmen oder kaufen wollen. Mit dieser Regelung hat man zuletzt in München sehr gute Erfahrungen gemacht. Hintergrund: im Falle von Erbpacht erhält ein Wohnungsunternehmen deutlich schlechte finanzielle Konditionen von den Banken. Das erschwert die Errichtung bezahlbarer Wohnungen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/MQ-Illustrations