VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    6,82 Euro pro Quadratmeter

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Mitgliedsunternehmen bleiben Garant des bezahlbaren Wohnens - 2019 wurden in Hamburg 2408 Wohnungen übergeben.

    79/2020

    Hamburg. Mieterinnen und Mieter bei einem Hamburger VNW-Wohnungsunternehmen mussten im vergangenen Jahr im Durchschnitt eine Nettokaltmiete von 6,82 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Gegenüber 2018 ist das ein Anstieg um nur 0,5 Prozent (rund drei Cent pro Quadratmeter).

    Damit liegen der Anstieg deutlich unter der allgemeinen Preissteigerungsrate von 1,4 Prozent und die Durchschnittsmiete fast zwei Euro unter dem Wert des Hamburger Mietenspiegels. Dieser betrug im vergangenen Jahr 8,66 Euro pro Quadratmeter.

    Bei öffentlich geförderten Wohnungen, die von VNW-Unternehmen angeboten wurden, sank die Durchschnittsmiete sogar um 1,2 Prozent auf 6,08 Euro. Bei den frei finanzierten Wohnungen stieg die durchschnittliche Nettokaltmiete hingegen um 1,1 Prozent auf 7,05 Euro pro Quadratmeter.

    Das ergab die jährliche Umfrage unter Hamburger VNW-Mitgliedsunternehmen. Dem Verband gehören in der Hansestadt derzeit 50 Wohnungsgenossenschaften und 15 am Gemeinwohl orientierte Wohnungsgesellschaften an. Sie verwalten rund 290.000 Wohnungen (+drei Prozent gegenüber 2018). Das sind 43 Prozent aller Mietwohnungen in der Hansestadt.

    Insgesamt investierten die VNW-Unternehmen 2019 wie im Jahr zuvor rund 1,14 Milliarden Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung von bezahlbarem Wohnraum. Für 2020 wird ein Anstieg um rund 16 Prozent auf fast 1,4 Milliarden Euro prognostiziert. Für den Bau von Wohnungen wurden rund 575 Millionen Euro ausgegeben. 50 Prozent aller Investitionen der VNW-Unternehmen flossen in den Neubau, 2020 sollen es 54 Prozent sein.

    Insgesamt übergaben die VNW-Unternehmen im vergangenen Jahr für 2408 Wohnungen die Schlüssel. 2018 waren es 2112 gewesen. Die Zahl der Baubeginne stieg von 3244 auf 3344 . Die Zahl der erworbenen Grundstücke ging allerdings von 19 (2018) auf sechs (2019) zurück. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 408 Wohnungen von VNW-Unternehmen abgerissen.

    Nahezu drei Viertel der fertig gestellten Wohnungen – 73,2 Prozent – wurden öffentlich gefördert. Gegenüber dem Jahr 2018 sank dieser Anteil um knapp drei Prozentpunkte. Bei den Baubeginnen stieg dagegen der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen von 64,9 Prozent (2018) auf 70,8 Prozent (2019).

    Die Fluktuationsquote stieg von 6,5 Prozent (2018) auf 7,5 Prozent im vergangenen Jahr.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die VNW-Mitgliedsunternehmen bleiben der Garant des bezahlbaren Wohnens in Hamburg. Bei ihnen liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete fast zwei Euro unter dem Wert des Mietspiegels. Und der Mietenanstieg lag mit 0,5 Prozent deutlich unter der allgemeinen Preissteigerungsrate.

    Das Gewicht dieser Zahlen wird noch durch die Tatsache erhöht, dass Bau und Unterhalt von Wohnraum mit einem beispiellosen Anstieg von Bau-, Grundstücks- und Sanierungskosten sowie mit zunehmenden Ansprüchen an die Wohnqualität konfrontiert sind. Angesichts derart hoher Anforderungen an die Wohnungswirtschaft wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum in großem Umfang zu schaffen.

    VNW-Wohnungsunternehmen geht es nicht um den ‚schnellen Euro‘. Wenn sie Wohnungen bauen oder modernisieren, denken sie in Jahrzehnten. Gerade deshalb achten sie bei allen Arbeiten auf hohe Qualität. Diese hat ihren Preis. Auch in der Wohnungswirtschaft gilt der Satz: ‚Wer billig kauft, kauft letzten Endes teuer.‘

    Der erwartete Rückgang der Baubeginne und der Rückgang der Grundstückskäufe belegen den Trend, wonach es in den kommenden Jahren schwieriger werden wird, jährlich bis zu 10.000 Wohnungen zu errichten. Die Verabredungen von SPD und Grünen, öffentliche Grundstücke vorrangig im Wege des Erbbaurechts zu vergeben und in einigen Quartieren einen Anteil von 50 Prozent Sozialwohnungen pro Wohnungsbauprojekt vorzuschreiben, werden sich als zusätzliche Hürden erweisen.

    Hier sollten die Regierungsparteien noch einmal – beispielsweise in einem neu zu schließenden Bündnis für Klima und Wohnen – das Gespräch mit der Wohnungswirtschaft suchen. Es geht ja längst nicht mehr nur noch um das Bauen von bezahlbaren Wohnungen. Vor uns steht eine Herkulesaufgabe: Wie bekommt man eine umfassende energetische Sanierung von Wohnquartieren hin, ohne dass die Bezahlbarkeit der einzelnen Wohnungen auf der Strecke bleibt?“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Steven Haberland/mfg