VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Presse // Positionen

    19. Dezember 2018: Fairer Wettbewerb bei der Vermietung von Ferienunterkünften

    Am 19. Dezember 2018 hat der VNW Landesverband Schleswig-Holstein zum Antrag 19/930 und zum Alternativantrag 19/979 Fairer Wettbewerb bei der Vermietung von Ferienunterkünften wie folgt Stellung genommen:

    Unsere Mitgliedsunternehmen als langfristig orientierte Bestandshalter bewirtschaften 1/4 des Mietwohnungsbestandes in Schleswig-Holstein. Mit einer Durchschnittsmiete von 5,60 Euro stehen sie für gutes, bezahlbares Wohnen. Dafür investieren sie kontinuierlich hohe Summen in den Neubau und den Bestandserhalt. Zahlreiche Arbeitsplätze im regionalen Baugewerbe werden gesichert, wichtige Beiträge zur Bewältigung des Klimawandels und der demografischen Entwicklung geleistet. Der 1900 in Kiel gegründete VNW ist Unterzeichner u.a. des Klimapakts, der Offensive für bezahlbares Wohnen, zahlreicher regionaler Wohnbündnisse, des Flüchtlingspaktes und der Breitbandstrategie SH. 

     

    Vorbemerkung

    Die Vermietung von Ferienunterkünften ist nicht Aufgabe der im VNW organisierten Wohnungswirtschaft. Insoweit verzichten wir auf eine ausführliche Stellungnahme zu den vorliegenden Anträgen. Gleichwohl können wir den Wunsch der Politik gut nachvollziehen, mit geeigneten Maßnahmen für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit unter den Anbietern von Ferienunterkünften zu sorgen.  

    Zweckentfremdung von Wohnraum

    Die Anträge verfolgen auch das Ziel, die Zweckentfremdung von Wohnraum einzudämmen. Dazu verweisen wir auf unsere Stellungnahme vom 15.08.2018 (Umdruck 19/1244) zum Wohnraumschutzgesetz (Drs. 19/721 und 19/1143). Hier wie dort wird auf die Überlassung von Wohnraum für touristische Zwecke gezielt (Airbnb & Co.) – was nicht Gegenstand der Tätigkeit der Wohnungswirtschaft im VNW ist (vgl. Vorbemerkung). Im Gegenteil: die private/gewerbliche Weitervermietung des von unseren Mitgliedsunternehmen überlassenen Wohnraums stellt eine vertragliche Pflichtverletzung dar, die ggf. auch sanktioniert wird. 

    Gleichwohl gehört es zur langjährigen (genehmigten) Praxis vieler Wohnungsgenossenschaften, ihren Mitgliedern Gästewohnungen zur temporären Nutzung anzubieten. Das dahinterstehende Konzept hat nichts mit Hotellerie zu tun (die Zahl der so dem allgemeinen Markt nicht zur Verfügung stehenden Wohnungen ist klein) berücksichtigt aber, dass Genossenschaftsmitglieder aus unterschiedlichen Gründen Gästewohnungen nutzen (zur Unterbringung Angehöriger in Betreuungsfällen, als Ausweichraum in Renovierungsfällen, im Rahmen von Besuchen/Feiern etc.). Gästewohnungen sind (ebenso wie Gemeinschaftsräume/Mietertreffs) Teil von Quartierskonzepten. Hier darf es keine Beschränkungen oder Auflagen geben.

    Unterschrieben von Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor und Marcel Sonntag, Vorsitzender VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V.