VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Zu wenige Sozialwohnungen

    2017 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 198 Sozialwohnungen gebaut. VNW-Direktor Andreas Breitner: Wohnungen für mittlere Einkommen nicht vergessen.

    Der soziale Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern hat einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge wieder zugelegt, bleibt absolut aber eher marginal. So seien im Jahr 2017 im Nordosten 198 Wohnungen gebaut, die dank staatlicher Förderung zu moderaten Preisen an Menschen mit geringem Einkommen vermietet werden könnten, berichtet die Agentur am Sonnabend. Das sei zwar ein Drittel mehr als im Jahr zuvor gewesen, im Vergleich aller Bundesländer aber eine geringe Zahl. Die dpa beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der Bau von Sozialwohnungen hilft vor allem bei angespannten Wohnungsmärkten wie in Rostock und Greifswald, dringend benötigten Wohnraum für Haushalte mit kleinem Einkommen zu schaffen. Allerdings darf bei der Förderung des Wohnungsbaus nicht der bezahlbare Wohnraum für jene Haushalte vergessen werden, deren Einkommen knapp über der Grenze für einen Berechtigungsschein liegt.“

    „Notwendig ist es, die Unternehmen, die Wohnungen mit bezahlbaren Mieten anbieten, in die Lage zu versetzen, mehr davon zu bauen. Wie wäre es damit, an jene Wohnungsunternehmen Grundstücke bevorzugt und verbilligt zu verkaufen, die über 20 Jahre eine Miete zusagen, die zwanzig Prozent unter dem Mittelwert des Mietspiegels liegt.“

    In Mecklenburg-Vorpommern fielen der Bundesregierung zufolge im vergangenen Jahr rund 370 Sozialwohnungen aus der Sozialbindung. In den kommenden Jahren soll deren Zahl steigen: 695 in diesem Jahr, 687 im kommenden und im Jahr 2020 sollen es 1073 sein. 

    „Der Wegfall der Sozialbindung bedeutet bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften jedoch nicht, dass diese automatisch die Miete erhöhen", sagte Breitner. "Allenfalls werden Modernisierungen umgelegt - allerdings meist auch unter der gesetzlich zulässigen Höhe von elf Prozent. In der Regel liegt die Erhöhung bei rund vier Prozent.“

    In Mecklenburg-Vorpommern gehören dem VNW derzeit 70 Genossenschaften und 72 Gesellschaften an. 52 Prozent aller Mietwohnungen im Land werden von ihnen angeboten. VNW-Unternehmen errichteten im vergangenen Jahr 538 bezahlbare Wohnungen. In diesem Jahr sollen es 768 Wohnungen werden. Die durchschnittlich Nettokaltmiete pro Quadratmeter lag bei VNW-Unternehmen im Jahr 2017 bei 5,13 Euro. Das liegt deutlich unter den Werten der örtlichen Mietspiegel.