VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Wohnungsverkauf ist kurzsichtig

    VNW-Direktor Andreas Breitner kritisiert die städtische Auflage, nach der die NEUWOGES 425 Wohn- und Gewerbeeinheiten verkaufen muss.

    Die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH (NEUWOGES) muss 425 Wohn- und Gewerbeeinheiten verkaufen. Der Grund: Die Neubrandenburger Stadtvertretung hatte im November 2016 im Rahmen eines sogenannten Haushaltssicherungskonzepts unter anderem den Verkauf eines Wohnungsbestandes der NEUWOGES zu einer einmaligen Gewinnausschüttung im Jahr 2019 in Höhe von 6,76 Millionen Euro beschlossen. Hintergrund sind die Bedingungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Auszahlung von Zuschüssen in Höhe von rund 27 Millionen Euro, welche die Tilgung der städtischen Schulden in Höhe von etwa 90 Millionen Euro vorantreiben sollen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der Verkauf kommunaler Wohnungen ist falsch, wenn eine Stadt damit Schulden tilgen will. Sie beraubt sich damit der Möglichkeit, nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben. Er ist kurzsichtig, weil dadurch die finanzielle Situation einer Kommune auf Dauer nicht gesundet. Vielmehr werden Probleme in die Zukunft verlagert.“

    „Der Verkauf kommunaler Wohnungen schadet dem Wohnungsunternehmen, weil dadurch die Substanz des Betriebes geschwächt wird und Einnahmen für das Angebot bezahlbaren Wohnraums verloren gehen. VNW-Unternehmen wie die NEUWOGES verstehen sich als Bestandshalter, die ihren Wohnungsbestand über viele Jahrzehnte pflegen und damit soziale Sicherheit garantieren.“

    NEUWOGES-Geschäftsführer Frank Benischke erklärt: „Ich möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass wir, bei aller Wichtigkeit der Haushaltskonsolidierung die Lösung über Wohnungsverkäufe für nicht zielführend halten. Aus unserer Sicht überwiegen die langfristigen negativen Folgen für die Entwicklung der Stadtteile und das bezahlbare Wohnen.“

    Nach den Worten von Andreas Breitner sind die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften der wichtigste Partner der Politik, wenn es darum geht, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. „Sie sorgen für den sozialen Frieden in den Quartieren und dafür, dass ihre Mieterinnen und Mieter eine Heimat haben und sich geborgen fühlen.“

    „Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Steuereinnahmen ist es unverständlich, dass die Schweriner Landesregierung keinen anderen Weg als den Verkauf kommunaler Wohnungen gefunden hat, damit Neubrandenburg seine Schulden reduziert.“

    „Einerseits fordern die Regierungsparteien mehr bezahlbaren Wohnraum. Dass sie andererseits nichts gegen seine Privatisierung unternehmen - das geht nicht zusammen", sagt Breitner. Ich schlage vor, dass Mecklenburg-Vorpommern Gelder, die das Land vom Bund für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt bekommt und die nicht verbraucht werden, für Probleme wie in Neubrandenburg verwendet.“

    FOTO: fotolia/ArTo