VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Wohnungsbau bleibt wichtig

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Wahlprogramm der Hamburger Grünen: Warum bei der Vergabe öffentlicher Grundstücke es nicht wie München machen?

    189/2019

    Hamburgs Grüne haben am Dienstag ein Regierungsprogramm vorgestellt. Ein Elf-Punkte-Plan zum Wohnen sehe eine „gemeinwohlorientierte Bodenpolitik“ vor, heißt es. Städtische Grundstücke sollten nur noch in Erbpacht vergeben und der Anteil der Wohnungen in städtischer Hand erhöht werden. Neben der Saga solle eine zweite städtische Wohnungsgesellschaft gegründet werden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Es ist gut, dass Hamburgs Grüne das bezahlbare Wohnen in den Fokus ihrer Politik nach den kommenden Bürgerschaftswahlen rücken. Nur wenn die erfolgreiche Wohnungspolitik der vergangenen Jahren fortgesetzt wird, wird der Druck auf den Wohnungsmarkt in der Hansestadt geringer. Allerdings können die Grünen auch mit dem, was sie zusammen der SPD und der Wohnungswirtschaft in den vergangenen Jahren erreicht haben, zufrieden sein. Das Bündnis für das Wohnen hat sich auch in schwierigeren Zeiten bewährt.

    Was den Plan, eine zweite kommunale Wohnungsgesellschaft zu gründen, angeht, so begrüße ich ausdrücklich jede Maßnahme, die hilft, das Angebot an bezahlbaren Wohnungen auszuweiten. Die SAGA ist ein wichtiges Wohnungsunternehmen, das in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt hat, dass das Wohnungen in Hamburg bezahlbar bleiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SAGA haben einen tollen Job gemacht. 

    Wenn diese Arbeit durch eine zweite kommunale Wohnungsgesellschaft ergänzt wird, die ihr Augenmerk ebenfalls auf das bezahlbare Wohnen richtet, so kann das für die Mieterinnen und Mieter in Hamburg nur gut sein. Damit verteilt sich die Last des bezahlbaren Wohnens auf viele Schultern.

    Die Vergabe öffentlicher Baugrundstücke ausschließlich im Wege des Erbbaurechts hat einige Fallstricke, die am Ende dem Ziel, bezahlbare Wohnungen zu errichten, schaden können. Wohnungsgenossenschaften erhalten beispielsweise bei der Kreditvergabe durch die Banken deutlich schlechtere Konditionen, was dazu führen würde, dass weniger Wohnungen als möglich gebaut werden. 

    Warum macht es Hamburg nicht wie München? In der bayerischen Landeshauptstadt kann eine Wohnungsgenossenschaft selbst entscheiden, ob sie ein öffentliches Grundstück käuflich erwirbt oder pachtet. Misstrauen gegenüber Wohnungsgenossenschaften jedenfalls ist völlig Fehl am Platze. Sie heißen in Hamburg Schiffszimmerer- und Buchdruckergenossenschaft und haben seit über 100 Jahren unter Beweis gestellt, dass sie - auch in schwierigen Zeiten - für bezahlbares Wohnen und faire Mieten stehen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: SAGA/A. Bock