VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Wo ist die neue Förderrichtlinie?

    Der Vorstand des VNW-Landesverband Mecklenburg-Vorpommerns kritisiert, dass die Überarbeitung der Förderbedingungen überfällig ist.

    Die Wohnungswirtschaft MV hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns aufgefordert, die Richtlinie zur Förderung des Baus bezahlbarer Wohnungen endlich zu verabschieden.

    "Diese Richtlinie ist die unabdingbare Grundlage dafür, dass Menschen mit geringen und mittleren Einkommen im Land auch zukünftig eine bezahlbare Wohnung finden", erklärte der Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Mittwoch nach seiner Sitzung in Schwerin.

    Hintergrund der Kritik ist die Ankündigung der Schweriner Landesregierung, das Förderprogramm „Wohnungsbau sozial“ zu überarbeiten. "Derzeit befindet sich die Förderrichtlinie offenbar im Verschiebebahnhof zwischen Finanzministerium und Landesrechnungshof“, erklärte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Dieser Zustand dauert einfach zu lange und muss unverzüglich verändert werden. Wir brauchen die Richtlinie, die eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage für uns ist, jetzt und sofort."

    "Es passt nicht zusammen, wenn die politisch Verantwortlichen mehr bezahlbare Wohnungen fordern, aber nicht die entscheidenden Voraussetzungen für deren Errichtung schaffen. Sozialer Wohnungsbau ist ohne eine staatliche Förderung nicht möglich. Diese muss den aktuellen Bedingungen angepasst werden. Jetzt steht die Landesregierung in der Pflicht. Einige VNW-Mitgliedsunternehmen haben im Vertrauen auf die Zusage und auf Basis der neuen Richtlinie bereits Wohnungsbauprojekte geplant. Diese stehen auf Grund der Verzögerungen jetzt auf der Kippe.

    Die Mitgliedsunternehmen des VNW haben in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert und Vorschläge unterbreitet, die den Bau bezahlbaren Wohnraums auch wirklich ermöglichen. Wir fordern die Schaffung eines zweiten Förderweges, damit auch Familien mit mittleren Einkommen die Möglichkeit erhalten, eine staatlich geförderte und damit bezahlbare Wohnung zu beziehen. Zudem sollte bei der Überarbeitung der Förderrichtlinie die Höhe der Zuschüsse und der Mieten, die für eine Sozialwohnung genommen werden können, angepasst werden.

    Ferner geht es uns darum, die sogenannte Vier-Prozent-Leerstandsquote abzuschaffen. Bislang werden Unternehmen, die mehr als vier Prozent nicht vermietete Wohnungen im Bestand haben, von der Förderung für den Neubau ausgeschlossen. Das macht aber vor allem Wohnungsunternehmen im ländlichen Raum zu schaffen. Diese leiden oft unter DDR-Altlasten. Manchmal muss man alte, nicht mehr nachgefragte Wohnungen abreißen und diese durch zwar weniger, aber modernere ersetzen.“

    Dieter Vetter, Vorsitzender des VNW-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Die Landesregierung hatte uns sogar schon aufgefordert, Anträge auf der Basis der überarbeiteten staatlichen Förderung zu stellen. Jetzt lässt man uns zu lange in der Luft hängen.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern 151 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 261.000 Wohnungen leben rund 600.000 Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 402 Millionen Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen.

    Foto: Fotolia/Franz Pfluegl