VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Vorgehen zu Lasten Dritter

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Forderung der schleswig-holsteinischen Grünen, für alle Neubauten eine Solardachpflicht einzuführen

    90/2020

    Die Grünen in Schleswig-Holstein wollen einen Solardachpflicht für alle Neubauten und Dachsanierungen im Land durchsetzen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Landesvorstand.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Üblicherweise bezeichnet man so etwas als ein Vorgehen zu Lasten Dritter. Ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Situation der Mieterinnen und Mieter soll mit der Einführung einer Solardachpflicht ein ideologisches Steckenpferd der Grünen geritten werden.

    Denn eines verschweigen die Grünen: die Kosten einer Solardachpflicht müssen am Ende jene tragen, die in den Wohnungen leben. Das mag bei Besserverdienenden ein lästiges Ärgernis sein. Aber für Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen – und das ist der größte Teil unserer Mieterinnen und Mieter – bedeutet diese Pflicht, dass sie das Geld woanders sparen müssen.

    Die Wohnungswirtschaft hat kein Problem damit, die eigenen Anstrengungen für den Klimaschutz zu verstärken. Jeder Neubau, der heute errichtet wird, erfüllt die modernsten Energiestandards.

    Und natürlich machen sich die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen darüber intensiv Gedanken, wie sie bei der Energieversorgung Kohlendioxid vermeiden können. Zum Beispiel dadurch, dass sie mit entsprechenden Strom- und Wärmelieferanten zusammenarbeiten.

    Jetzt aber jedes Unternehmen zwingen zu wollen, Solardächer zu installieren, gefährdet das Bemühen um den Klimaschutz. Ein umfassender Klimaschutz ist nämlich nur mit den Menschen und nicht gegen sie erreichbar.

    Bereits heute sind die Aufwendungen für den Klimaschutz beim Bau neuer Wohnungen hoch und schlagen sich in höheren Mieten nieder. Untersuchungen haben ergeben, dass die gesparten Energiekosten oftmals die Aufwendungen für mehr Klimaschutz nicht ausgleichen.

    Auch die Klimaschützer müssen verstehen, dass der Klimaschutz auch eine soziale Frage ist. Diese wird nur im Sinne der Menschen beantwortet, wenn Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum miteinander versöhnt werden.

    Dieser Zielkonflikt aber lässt sich nicht mit einseitigen Anordnungen wie eine Solardachpflicht lösen. Anstatt derartige Beschlüsse zu fassen, sollten die Grünen sich der Diskussion mit den Menschen stellen, die am Ende die Kosten tragen müssen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild