VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Vorbild Hessen

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Schleswig-Holsteins Landesregierung sollte sich bei der Grundsteuerreform an den Kollegen in Hessen orientieren.

    66/2020

    Das Bundesland Hessen hat ein eigenes Modell für die Reform der Grundsteuer vorgestellt. Neben der Fläche wird die Lage als Kriterium hinzugenommen. Mit Hilfe eines einfachen Faktorverfahrens wird das Flächenmodels entsprechend der Lage eines Grundstücks erhöht oder vermindert.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Auch wenn wir grundsätzlich für ein reines Flächenmodell plädieren, so zeigt der Ansatz Hessens, dass länderspezifische Regelungen sinnvoll und im Interesse der Menschen vor Ort sein können. Die Einbeziehung eines lageabhängigen Faktors kann die bislang geäußerte Kritik an einem reinen Flächenverfahren ausräumen. Das aber sollten die Landesregierungen entscheiden.

    Schleswig-Holstein will plump und ohne eigenen Ehrgeiz, das Bundesmodell übernehmen und wird damit eine Chance vertun, durch eine eigene, den regionalen Besonderheiten angepasste Lösung bei der Reform der Grundsteuer für Gerechtigkeit zu sorgen. Verlierer werden die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner mit mittleren und geringen Einkommen sein.

    Für sie wird es künftig schwerer, sich eine Wohnung in einem besonders nachgefragten Wohnquartier leisten zu können. Die hessische Landesregierung hat eine für die Menschen ihres Bundeslandes passende Lösung gefunden. Schleswig-Holstein verweigert sich und setzt voll auf eine Bundeslösung, statt landesspezifische Interessenlagen zu berücksichtigen.

    Ich appelliere deshalb an die Kieler Landesregierung, sich mit den hessischen Kolleginnen und Kollegen kurzzuschließen. Auch Hessen ist ein Flächenland mit einigen Metropolen. Vielleicht ist die dort gefundene Lösung auch etwas für den echten Norden.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Jens Büttner/dpa