VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    VNW-Mieten steigen langsamer als die Teuerungsrate

    VNW-Direktor Andreas Breitner zieht Bilanz: Anstieg lag 2018 bei VNW-Unternehmen bei 1,3 Prozent. Durchschnittsmieten deutlich unter dem Mietspiegel.

    102/2019

    Hamburg. Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, hat Hamburg aufgefordert, bei der Suche nach geeigneten Baugrundstücken vermehrt die Möglichkeiten, die das Baugesetzbuch bietet, zu nutzen.

    „Hamburg kann - ähnlich wie Tübingen - auf der Grundlage des Paragraphen 176 im Baugesetzbuch Grundstückseigentümer auffordern, innerhalb einer bestimmten Frist das Grundstück mit einem Wohngebäude zu bebauen“, sagte der Verbandsdirektor am Donnerstag in Hamburg. „Die Frist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, könnte zwischen drei und vier Jahren liegen.“

    „Sollten die Eigentümer nicht reagieren oder sich unwillig zeigen, könnte die Stadt ein Bußgeld wegen Missachtung des Baugebots verhängen“, sagte Breitner weiter. „Wenn der Grundstücksbesitzer nicht in der Lage ist, zu bauen, kann er das Grundstück an jemanden verpachten, der Wohnungen errichtet und dem Grundstücksbesitzer anschließend einen Teil des Gewinns überlässt.“

    Nach den Worten von Direktor Breitner ist „der Paragraph 176 des Baugesetzbuchs geeignet, um einem Grundstückseigentümer die Pflicht zur Bebauung seines Grundstücks aufzuerlegen“. Zwar seien die rechtlichen Anforderungen hoch, da jeder Grundstückseigentümer geprüft werden müsse. „Angesichts des Mangels an geeigneten Baugrundstücken sollte Hamburg diese gesetzliche Möglichkeit jedoch stärker als bisher nutzen.“

    Mieten von VNW-Unternehmen liegen deutlich unter dem Mietspiegel

    „Die Mieten der 109 Hamburger VNW-Unternehmen liegen deutlich unter dem Wert des Mietspiegels“, sagte Breitner weiter. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter beträgt derzeit 6,77 Euro – fast zwei Euro unter dem Durchschnittswert des Mietspiegels. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist das ein Anstieg um 1,35 Prozent. Allerdings stiegen die Lebenshaltungskosten im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent. Damit fiel der Mietanstieg bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften geringer als die allgemeine Teuerungsrate aus.“

    „Auch die durchschnittlichen Nettokaltmieten der VNW-Unternehmen bei Neubauten können sich sehen lassen“, sagte Breitner weiter. „Mit einem Durchschnitt von 7,66 Euro liegt man deutlich unter dem Mietspiegelwert von 8,46 Euro. Das sind die Fakten, die eigentlich keine Panikmache unter den Hamburger Mieterinnen und Mietern zulassen dürften. Zumal die VNW-Unternehmen 270.000 Mietwohnungen und damit rund 41 Prozent aller Mietwohnungen in Hamburg anbieten.“

    „Hinzu kommt, dass unsere Mitgliedsunternehmen gegenwärtig eine Fluktuation von rund 6,5 Prozent verzeichnen. Dadurch werden in Hamburg pro Jahr rund 17.500 Wohnungen frei – und wie gesagt: für die Durchschnittsmiete von 6,77 Euro pro Quadratmeter.“

    Deutlicher Anstieg bei der Zahl der fertiggestellten Wohnungen

    „Hamburger VNW-Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund 2150 Wohnungen fertiggestellt“, sagte Breitner. „Das sind rund 700 mehr als im Jahr 2017. In diesem Jahr soll die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf rund 2900 (plus 650 Wohnungen gegenüber 2018) erhöht werden. Die Zahl der Baubeginne wird allerdings leicht von 3244 (2018) auf 3025 in diesem Jahr sinken.“

    „Insgesamt investierten die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften im vergangenen Jahr rund 1,1 Milliarden Euro in den Bau, die Instandhaltung und die Modernisierung von Wohnraum“, sagte der VNW-Verbandsdirektor. „In diesem Jahr sollen die Investitionen auf rund 1,25 Milliarden Euro steigen. Davon werden rund 725 Millionen Euro in den Neubau fließen. 2018 lag die Summe der Neubauinvestitionen bei rund 570 Millionen Euro.“

    Enteignung und Mietendeckel verschärfen Lage auf dem Wohnungsmarkt

    VNW-Direktor Andreas Breitner wandte sich mit deutlichen Worten gegen populistische Forderungen in der wohnungspolitischen Auseinandersetzung. „Wer jedes Wohnungsunternehmen als ‚Miethai‘ diffamiert, schürt die Ängste der Menschen und verbreitet FakeNews. Die im VNW organisierten Unternehmen sind sogenannte Bestandshalter: sie bauen Wohnungen, um diese über viele Jahrzehnte zu fairen Preisen zu vermieten. VNW-Unternehmen sind Vermieter mit Werten.“

    „Vor allem aber wäre die Enteignung von Wohnungsunternehmen eine populistische Scheinlösung, die keines der aktuellen Probleme auf dem Wohnungsmarkt löst. Durch eine Enteignung entsteht kein einziger Quadratmeter neuer bezahlbarer Wohnraum.“

    „Vielmehr würden Entschädigungszahlungen die Finanzkraft der Stadt schwächen. Das Geld fehlt dann für den Bau neuer bezahlbarer Wohnungen. Damit würde eine Enteignung das Gegenteil davon bewirken, was ihre Anhänger erreichen wollen: die Enteignung von Wohnungsunternehmen würde den angespannten Wohnungsmarkt in Hamburg nicht entlasten.“

    „Die Diskussion um die Enteignung von Wohnungsunternehmen lenkt zudem davon ab, dass die Politik über viele Jahre den Bau von Wohnungen vernachlässigt hat. Steigende Mieten haben auch mit zusätzlichen energetischen Auflagen, mit dem Mangel an Baugrundstücken und mit erheblich gestiegenen Baukosten zu tun.“

    „Enteignung und Mietendeckelung sind Kampfbegriffe, die den Eindruck erwecken sollen, das Problem liege bei der Wirtschaft und nicht beim Staat. Dabei hat letzterer über rund ein Jahrzehnt den Wohnungsbau schlichtweg vernachlässigt. Da liegt die wahre Ursache für die Wohnungsmarktprobleme.“

    Die gesamte Pressemappe mit Fotos, Videos und weiteren Informationen können Sie unter diesem Link herunterladen.

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de 

    Foto: dpa/Axel Heimken