VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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VNW kritisiert IHK Rostock

Verbandsdirektor: "Die IHK Rostock verhält sich wie der Lobbyverein für Immobilienspekulanten." Bezahlbarer Wohnraum muss gefördert werden.

Rostock - Der Bau bezahlbarer Wohnungen sollten nach Ansicht der norddeutschen Wohnungswirtschaft mehr als bisher durch die öffentliche Hand gefördert werden.

„Wohnungsgenossenschaften und öffentliche Wohnungsunternehmen sorgen dafür, dass Menschen mit kleinem Geldbeutel sicher und ohne Angst vor der Zukunft in ihrer eigenen Wohnung leben können“, sagte Andreas Breitner, Verbandsdirektor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Freitag. „Wer in einer dieser Wohnungen lebt, der kann sich sicher sein: sicher vor Eigenbedarfskündigung, sicher vor Mietwucher und vor vielem mehr.“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock hatte einem Bericht der Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN) zufolge zuvor die Direktvergabe städtischer Grundstücke an das stadteigene Wohnungsunternehmen Wiro und heimische Wohnungsgenossenschaften kritisiert und gefordert, Grundstücke öffentlich auszuschreiben.

„Die IHK Rostock verhält sich wie der Lobbyverein für Immobilienspekulanten“, sagte Breitner. „Bezahlbarer Wohnraum spielt keine Rolle, nur Profit, Profit und Profit. Die Förderung der Errichtung bezahlbarer Wohnungen und die sogenannte Konzeptvergabe sind sinnvoll. Wohnungsgenossenschaften und das städtische Wohnungsunternehmen sorgen dafür, dass gemischte Stadtteile entstehen und sich auch Menschen mit normalem Einkommen in Rostock eine Wohnung leisten können.“

Paris, London, New York - fehlende Regulierung von Immobilienmärkten

Der VNW-Direktor verwies auf die Auswirkungen fehlender Regulierung von Immobilienmärkten. „Wer wissen will, was der freie Markt im Wohnungssektor anrichtet, der braucht sich nur in London, Paris oder Amsterdam umschauen. In denen können sich Familien, Rentner, ja selbst Menschen mit höherem Einkommen keine Wohnung mehr leisten. Sie müssen stattdessen ins Umland ausweichen und lange Wege in Kauf nehmen. Geht es nach den Vorstellungen der IHK Rostock, soll die Hansestadt scheinbar diesen Weg gehen.“

Die VNW-Mitgliedsunterunternehmen sind Bestandshalter, sagte Breitner weiter. „Sie sind keine Immobilienspekulanten und keine Immobilienhaie, sondern unterhalten und pflegen ihre Wohnungen über mehrere Jahrzehnte. Ihnen geht es nicht darum, auf Kosten der Mieterinnen und Mieter das Maximale aus ihrem Investment herauszuholen. Sie verkaufen die Wohnungen nicht, sondern hegen und pflegen sie. Sie sorgen mit ihren niedrigen Mieten, dass Wohnungen bezahlbar sind.“

Die durchschnittliche Nettokaltmiete in den Wohnungen der VNW-Mitgliedsunternehmen liegt deutlich unter dem allgemeinen Mietniveau. „In Mecklenburg-Vorpommern beträgt bei VNW-Unternehmen die durchschnittliche Nettokaltmiete 5,07 Euro pro Quadratmeter“, sagte Breitner.

Die Stadt Rostock ist auf dem richtigen Weg

Nach den Worten von Andreas Breitner ist die Stadt Rostock in ihrer engen Kooperation mit der hiesigen Wohnungswirtschaft auf dem richtigen Weg. „Die Rostocker Wohnungsgenossenschaften und die WIRO sorgen mit ihren Investitionen in bezahlbaren Wohnraum für soziale Sicherheit und Geborgenheit in der Hansestadt. Es gibt niemanden, der unter diesen Bedingungen besser baut als wir.“

„Für die Stadt ist es beim bezahlbaren Wohnen ein Glücksfall, auf ein wohnungswirtschaftlich stabiles Fundament von Genossenschaften und der WIRO bauen zu können. Wir danken insbesondere Oberbürgermeister Roland Methling und seinem Team, dass er das erkennt und fördert. Ich hoffe sehr, dass auch die IHK Rostock sehr bald ihre soziale Verantwortung für die Hansestadt Rostock erkennt und wieder wahrnimmt.“

Die Mitgliedsunternehmen des VNW investierten im vergangenen Jahr 378 Millionen in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung bezahlbarer Wohnungen. In diesem Jahr sollen es 454 Millionen Euro werden. Zudem investieren Wohnungsgenossenschaften und öffentliche Wohnungsunternehmen viel Geld in den Zusammenhalt der Mieterschaft, in die Integration neuer Mieter und in den Umweltschutz.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 332 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 101, Mecklenburg-Vorpommern: 150, Schleswig-Holstein: 81). In ihren 746.000 Wohnungen (Hamburg: 300.000, Mecklenburg-Vorpommern: 276.000, Schleswig-Holstein: 170.000) leben rund 1,5 Millionen Menschen.

Weitere Informationen zum VNW finden Sie auf www.vnw.de