VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Urteil des Landgerichts zum Mietenspiegel und der Kritik an den Kriterien für seine Erstellung.

    196/2019

    Wenige Wochen vor der Veröffentlichung des neuen Mietenspiegels in Hamburg hat die oppositionelle CDU die Grundlagen, auf denen das Zahlenwerk beruht, kritisiert. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, beruft sich die Partei auf ein Urteil des Hamburger Landgerichts aus dem Mai, in dem die Bewertung der guten oder normalen Wohnlage infrage gestellt wird. Die Richter äußerten Zweifel an der Gewichtung einzelner Faktoren bei der Ermittlung der Wohnlage. Auch der Mieterverein und Grundeigentümerverband üben nun Kritik an den aktuellen Kriterien.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Das Urteil des Landgerichts sowie die Reaktionen von Mieterverein und Eigentümerverband verwundern. Die Erstellung des Mietenspiegels wird von einem Arbeitskreis begleitet, dem unter anderem Vertreter der Mieter- und Vermieterorganisationen sowie der Gerichte angehören.

    Im Zuge der Erstellung des Mietenspiegels des Jahres 2017 wurde das Wohnlagenverzeichnis umfassend aktualisiert. Dabei wurde in dem Arbeitskreis vor allem die Ableitung des Statusindex aus dem Sozialmonitoring intensiv erörtert. Hinweise aller Beteiligten wurden berücksichtigt.

    Als neue Indikatoren wurden seinerzeit beispielsweise der Sozialmonitor und der Bodenrichtwert in die Ermittlung der Wohnlagen einbezogen. Diese Indikatoren sind transparenter und homogener als in den vorherigen Ableitungen. Ferner wird die Einstufung eines Wohngebäudes mittels eines wissenschaftlichen Berechnungsverfahrens vorgenommen.

    Von allen Indizes, auf denen die Ableitung der Wohnlage beruht, kam es 2019 nur beim Bodenrichtwert zu signifikanten Veränderungen. Die von Mieterverein kritisierte Auswirkung gestiegener Bodenrichtwerte wird durch die daraufhin vorgenommene methodische ‚Normierung‘ im Ableitungsverfahren gerade verhindert. Insofern ist seine Kritik unberechtigt.

    Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen halten mehr Transparenz stets für sinnvoll. Eine Überprüfung der Kriterien ist für die Neuerhebung des Mietenspiegels im Jahr 2021 ohnehin geplant und wird dann auch vom Arbeitskreis begleitet.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/Jürgen Fälchle