VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Unternehmen von Altschulden befreien

    VNW-Chef Andreas Breitner auf der 27. Mitgliederversammlung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern in Göhren-Lebbin.

    „Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall leiden die Unternehmen noch immer unter ‚politischen Schulden‘, die ihnen mit dem Einigungsvertrag aufgebürdet wurden“, sagte Andreas Breitner, Verbandsdirektor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Donnerstag auf der 27. VNW-Mitgliederversammlung in Göhren-Lebbin. „Die Wohnungsgenossenschaften und die kommunalen Unternehmen werden dadurch bei der Errichtung bezahlbaren Wohnraums behindert.

    „Zwar soll es vom kommenden Jahr an einen kommunalen Entschuldungsfonds geben, damit die kommunalen Altverbindlichkeiten zurückgeführt werden können“, sagte Breitner weiter. „Allerdings sollten auch die kommunalen Wohnungsgesellschaften mit besonders viel leerstehenden Wohnungen durch eine zusätzliche Entlastung von Altschulden in die Lage versetzt werden, nicht mehr nachgefragten Wohnraum abzureißen und moderne Wohnungen zu errichten.“

    Hintergrund sind Altschulden, die überwiegend in den achtziger Jahren in der DDR entstanden waren. Zum Zeitpunkt der Währungsunion betrugen die DDR-Wohnungsbaukredite rund 36 Milliarden DM (14,6 Milliarden Euro). Diese sogenannten Altschulden wurden anteilig auf die Wohnungsunternehmen übertragen. Zwar wurde ein Teil der Schulden später durch mehrere Gesetze erlassen bzw. reduziert. Aber noch heute müssen Altschulden beglichen werden.

    „In Mecklenburg-Vorpommern müssen bis Ende 2020 rund 12 000 Wohnungen neu gebaut werden, um einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu vermeiden“, sagt Breitner. „Landesweit liegt der Leerstand in dem Bundesland bei rund sechs Prozent. Es muss daher nicht nur abgerissen, sondern auch neu gebaut werden. Manchmal ist es sogar sinnvoll, an ein und derselben Stellen erst abzureißen und dann neu zu bauen."

    „Wir sind der Meinung, dass manchmal die falschen Wohnungen an den falschen Stellen stehen. Manchmal sind die Wohnungen zu klein, manchmal entsprechen sie nicht unseren Ansprüchen an Nachhaltigkeit und manchmal haben potenzielle Mieter höhere Ansprüche an den Wohnungskomfort. Wir wollen die richtigen Wohnungen an den richtigen Stellen bauen.“

    „Durch den Neubau von Wohnungen ist es zudem möglich, die sogenannte ‚zweite Miete‘ zu senken, weil in einem modernen Wohngebäude die Mieter weniger Strom und Heizenergie benötigen.“

    Dieter Vetter, Vorstandsvorsitzender des VNW-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, forderte die Landesregierung auf, im Rahmen des Landesprogramms „Wohnungsbau sozial“ die Fördermöglichkeiten attraktiver zu gestalten. „Vor allem im ländlichen Raum darf der Rückbau den Neubau nicht ausschließen. Die Fördermöglichkeiten sollten sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Gerade in strukturschwachen Regionen sind notwendige Kostenmieten nicht mehr erreichbar. Bei Baukosten von rund 3000 Euro pro Quadratmeter ist es nicht möglich, daraus eine Miete von 5,50 Euro abzuleiten.“

    Breitner verwies auf die hohen Investitionen von Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung von Wohnraum. Im vergangenen Jahr lag die Summe in Mecklenburg-Vorpommern bei 378 Millionen Euro. In diesem Jahr werden es 454 Millionen Euro sein.