VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Unterlassene Hilfeleistung

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Rückgang der Zahl der Wohngeldempfänger: Es ist mehr Aufklärung vom Staat notwendig.

    25/2019 

    Gegen hohe Mieten hilft das staatliche Wohngeld. Doch obwohl die Mieten steigen, erhält Forschern zufolge nur jeder Dritte die staatliche Unterstützung, der Anspruch darauf hätte. Und die Zahlen sinken weiter.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Das ist unterlassene Hilfeleistung durch den Staat! Die politisch Verantwortlichen müssen die Bürgerinnen und Bürger aufklären, das Wohngeld zu nutzen. Schließlich ist der Staat auch Dienstleister seiner Bürger, und gesetzestreue Bürger sind keine Bittsteller, die der ihnen zustehenden staatlichen Unterstützung nachlaufen müssen. Wohngeld wäre das richtige Ventil, um den überhitzen Wohnungsmarkt zu entlasten. Aber hat ein Staat, für den das Mehrausgaben bedeutet, überhaupt Interesse daran? Angesichts der Zahlen darf man Zweifel haben.

    Das Finanzamt prüft jede Steuerklärung bis aufs Kleinste. Wenn sich dabei herausstellt, dass der Steuerpflichtige einen Anspruch auf Wohngeld hat, muss ihn das Amt darauf hinweisen. Am besten wäre es, wenn dem Anspruchsberechtigten dann automatisch das Wohngeld überwiesen wird und er nicht erst einen Antrag stellen müsste.

    Zudem ist es notwendig, die Menschen aufzuklären. Für alle möglichen Dinge werden Aufklärungskampagnen in Auftrag gegeben - im Falle des Wohngelds wäre das wirklich sinnvoll. Dabei kann den Menschen auch gleich die Sorge genommen werden, dass sie erst ihr Angespartes aufbrauchen oder umziehen müssen, wenn sie Wohngeld beziehen.

    In Schleswig-Holstein haben dem Statistikamt zufolge Ende 2017 rund 20.500 Haushalte Wohngeld bezogen, rund neun Prozent weniger als im Jahr zuvor. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Zahl der Wohngeldempfänger bei rund 23.000. Das war ein Rückgang um etwa 8,4 Prozent im Vergleich zu 2016. In Hamburg war der Rückgang mit elf Prozent am höchsten. Ende 2017 bezogen in der Hansestadt 11.950 Haushalte Wohngeld.

    Folgt man der Annahme der Forscher, dass nur ein Drittel der Anspruchsberechtigten Wohngeld bezieht, so ‚sparen‘ die drei Bundesländer derzeit Jahr für Jahr rund 218 Millionen Euro an Wohngeld. (Hamburg: 52,8 Millionen Euro, Mecklenburg-Vorpommern: 80,7 Millionen Euro, Schleswig-Holstein 78,7 Millionen Euro).

    Die Zahlen sind angesichts der rasant steigenden Mieten unverständlich. Schließlich ist das Wohngeld ein Zuschuss zur Deckung der Wohnkosten, der ohne Wenn und Aber gewährt wird, wenn die Höhe der Miete oder Belastung für angemessenen Wohnraum die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Haushalts übersteigt. Er wird auch unabhängig davon gezahlt, wo jemand wohnt.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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