VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Umfrage in Schleswig-Holstein

    Viele VNW-Unternehmen rechnen wegen Corona mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. Sicherheitsregeln erschweren Arbeit auf den Baustellen.

    69/2020

    Kiel. Die Hälfte der in Schleswig-Holstein im VNW organisierten Wohnungsunternehmen ist wegen der Corona-Pandemie in ihrem Geschäftsbetrieb beeinträchtigt. Bei 44 Prozent von ihnen verzögern sich aktuelle Bau- und Sanierungsvorhaben. Besonders groß sind dabei die Herausforderungen auf den jeweiligen Baustellen und bei der Versorgung mit Stahl, Ziegel, Beton und Sand.

    Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage unter 70 VNW-Mitgliedsunternehmen, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurde. 32 Unternehmen hatten sich an der Studie beteiligt.

    Die meisten Probleme (32 Prozent) haben die Unternehmen derzeit bei der Planung und der Genehmigung neuer Bau- und Sanierungsprojekte. Der Betrieb und die Organisation der Baustellen bereiten fast jedem vierten Unternehmen (24 Prozent) Schwierigkeiten – ebenso die Vermietung infolge der staatlichen Beschränkungen (24 Prozent).

    Als Folge rechnen 44 Prozent der Unternehmen, die sich an der Befragung beteiligten, mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. Immerhin 69 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Projekte um mindestens mehr als zwei Monate verzögern werden.

    Der weitaus größte Teil der befragten Unternehmen (78 Prozent) plant bislang nicht, geplante bauliche Maßnahmen zurückzustellen. Bei jenen, die das vorhaben (22 Prozent) sind alle Bereiche – Neubau, energetische Sanierung, Modernisierung und Instandhaltung – in etwa gleich betroffen.

    Bei dem Betrieb und der Organisation von Baustellen bereiten den Unternehmen vor allem die Einhaltung von Sicherheitsregeln und behördlichen Vorgaben Probleme (37 Prozent). Den Ausfall von Subunternehmen halten 23 Prozent der Unternehmen für ein akutes Problem, die Koordinierung der unterschiedlichen Gewerke 20 Prozent. Bei der Versorgung im Bereich Rohbau haben 41 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten.

    Nach den Worten von VNW-Direktor Andreas Breitner belegen die Zahlen, dass die Corona-Pandemie sich vor allem auf Bau- und Sanierungsprojekte der Wohnungsunternehmen auswirkt. „Auf Grund der staatlich verordneten Einschränkungen und der sich veränderten Arbeitsbedingungen müssen die Unternehmen ihre Arbeitsorganisation umstellen. Das braucht Zeit und wird dazu führen, dass Vorhaben sich verschieben.

    Allerdings zeigen die Umfrageergebnisse auch, dass die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften über ein solides Geschäftsmodell verfügen, mit dem sie einer Krise wie die Corona-Pandemie trotzen können. So wollen die weitaus meisten von ihnen, an ihren geplanten baulichen Projekten bislang festhalten, und bei den Verzögerungen heißt es: ‚Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!‘

    Damit bleiben die Wohnungsunternehmen für die regionale Wirtschaft und ihre Beschäftigten solide Geschäftspartner, auf deren Wort man sich verlassen kann. Die Schaffung und der Erhalt bezahlbarer Wohnungen ist ein Geschäftsmodell, von dem die ganze Gesellschaft etwas hat. Das beweist sich gerade jetzt in Krisenzeiten.

    Um so wichtiger wird es, dass die staatlichen Stellen die kommenden Monate des Aufschwungs zum Bürokratieabbau nutzen. Besonderes Augenmerk sollte man auf die Versorgung von Baustellen mit Rohbaumaterialien legen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Axel Heimken/dpa