VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Umfrage in Hamburg

    Vier von fünf der VNW-Wohnungsunternehmen spüren Auswirkungen der Corona-Pandemie. Aber nur wenige wollen Neubauvorhaben zurückstellen.

    70/2020

    Hamburg. Vier von fünf der in Hamburg im VNW organisierten Wohnungsunternehmen sind wegen der Corona-Pandemie in ihrem Geschäftsbetrieb beeinträchtigt. Bei deutlich mehr als der Hälfte von ihnen verzögern sich aktuelle Bau- und Sanierungsvorhaben. Besonders groß sind dabei die Herausforderungen auf den jeweiligen Baustellen.

    Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage unter 65 VNW-Mitgliedsunternehmen, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurde. 27 Unternehmen hatten sich an der Studie beteiligt.

    Die meisten Probleme (39 Prozent) haben die Unternehmen derzeit auf Grund der strengen staatlichen Auflagen bei der Vermietung. Der Betrieb und die Organisation der Baustellen sowie die Planung und Genehmigung neuer Projekte bereiten fast jedem vierten Unternehmen (22 Prozent) Schwierigkeiten.

    Als Folge rechnen 59 Prozent der Unternehmen, die sich an der Befragung beteiligten, mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. 69 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Projekte um mehr als zwei Monate verzögern werden.

    Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen (67 Prozent) planen allerdings bislang nicht, bauliche Maßnahmen zurückzustellen. Bei jenen, die das vorhaben (33 Prozent) sind vor allem sonstige Modernisierungsmaßnahmen von Küche oder Bad (35 Prozent), die Instandhaltung (25 Prozent) und die energetische Sanierung (25 Prozent) betroffen. Lediglich 15 Prozent der Unternehmen denken darüber nach, Neubauvorhaben zurückzustellen.

    Bei dem Betrieb und der Organisation von Baustellen bereiten den Unternehmen vor allem die Einhaltung von Sicherheitsregeln und behördlichen Vorgaben Probleme (36 Prozent). Die Koordinierung der unterschiedlichen Gewerke und der Ausfall von Subunternehmen halten jeweils 24 Prozent der Unternehmen für ein akutes Problem.

    Nach den Worten von VNW-Direktor Andreas Breitner belegen die Zahlen, dass die Corona-Pandemie sich vor allem auf Bau- und Sanierungsprojekte der Wohnungsunternehmen auswirkt. „Auf Grund der staatlich verordneten Einschränkungen und der sich veränderten Arbeitsbedingungen müssen die Unternehmen ihre Arbeitsorganisation umstellen. Das braucht Zeit und wird dazu führen, dass Vorhaben sich verschieben.

    Allerdings zeigen die Umfrageergebnisse auch, dass die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften über ein solides Geschäftsmodell verfügen, mit dem sie einer Krise wie die Corona-Pandemie trotzen können. So wollen die meisten von ihnen an ihren Neubauprojekten festhalten, und bei der Sanierung heißt es: ‚Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!'

    Damit bleiben die Wohnungsunternehmen für die regionale Wirtschaft und ihre Beschäftigten solide Geschäftspartner, auf deren Wort man sich verlassen kann. Die Schaffung und der Erhalt bezahlbarer Wohnungen ist ein Geschäftsmodell, von dem die ganze Gesellschaft etwas hat. Das beweist sich gerade jetzt in Krisenzeiten. Um so wichtiger wird es, dass die staatlichen Stellen die kommenden Monate des Aufschwungs zum Bürokratieabbau nutzen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Daniel Reinhardt/dpa