VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Über 500 Millionen Euro Altschulden

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Auf den Wohnungsunternehmen Mecklenburg-Vorpommerns lasten gut eine halbe Milliarde Euro DDR-Altschulden.

    6/2019

    Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit haben einem Bericht der Schweriner Volkszeitung zufolge die Wohnungsgesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern noch immer millionenschwere Altschulden für DDR-Wohnungsbaukredite abzutragen. Insgesamt müssten die kommunalen Unternehmen derzeit noch für etwa 320 Millionen Euro geradestehen, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe und beruft sich dabei auf Angaben des Innenministeriums.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die nun vom Schweriner Innenministerium vorgelegten Zahlen weisen auf ein massives Problem hin. Bei der DDR-Altschuldenproblematik dürfen aber nicht nur die die kommunalen Wohnungsgesellschaften betrachtet werden. Auch den Wohnungsgenossenschaften wurden nach der Wende DDR-Altschulden aufgebürdet. Wir gehen davon aus, dass auf diesen Unternehmen noch einmal Schulden in Höhe von rund 200 Millionen Euro lasten. Das sind zusammen über eine halbe Milliarde Euro unverschuldeter Belastungen, die manche Unternehmen wirtschaftlich in die Knie zwingen.

    Die Landesregierung muss jetzt kurzfristig mit finanziellen Mitteln dafür sorgen, dass die Wohnungsunternehmen durch diese Verbindlichkeiten nicht weiter in Schieflage geraten. Letztlich leiden die Mieterinnen und Mieter unter diesen Schulden, weil den Wohnungsunternehmen Monat für Monat wertvolle Finanzmittel entzogen werden. Dieses Geld kann nicht für die Sanierung oder die Modernisierung von Wohnungen eingesetzt werden. In ländlichen Regionen wiederum fehlen diese Finanzmittel für den Abriss von nicht mehr nachgefragten Wohnungsbeständen.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern 151 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 261.000 Wohnungen leben rund 600.000 Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 402 Millionen Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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