VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Stormarner Wohnungsbündnis steht

    VNW-Direktor Andreas Breitner dankte Landrat Henning Görtz für dessen Rolle: "So muss man es machen, um Erfolg zu haben.“

    Der Kreis Stormarn, 36 kreisangehörige Städte und Gemeinden, die beiden Wohnbauverbände VNW und BFW sowie acht Wohnungsunternehmen haben am Montag das „Stormarner Bündnis für bezahlbares Wohnen“ gegründet.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Ich begrüße ausdrücklich die Initiative des Kreises Stormarn, die am Bau bezahlbaren Wohnraums Beteiligten zusammenzuführen. Damit wurde eine Möglichkeit dafür geschaffen, dass die Wohnungswirtschaft und die beteiligten Kommunen auf direktem Weg ins Gespräch miteinander kommen. Gemeinsame Projekte können so rascher als bisher umgesetzt werden. Ebenso kommen auftretende Probleme schnell auf den Tisch. Für eine derartige Entwicklung bedarf es eines Motors. Landrat Dr. Henning Görtz hat den Wohnungsbau im Kreishaus zur Chefsache erklärt. So muss man es machen, um Erfolg zu haben.“

    „Das Wohnungsbündnis bietet die Chance, dass die Kommunen ihre Wohnraumplanung mehr als bisher mit Nachbargemeinden abstimmen und vermehrt gemeinsame Wohnungsbaugebiete ausweisen können. Eine Zusammenarbeit von kleineren Kommunen beispielsweise durch eine gemeinsame Planung von Wohnprojekten und der sozialen Infrastruktur sind für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen unverzichtbar.“

    „Manchmal ist ein einzelnes Wohnprojekt zu klein und wirtschaftlich nicht umsetzbar. Tun sich aber mehrere Kommunen zusammen, kann das ganz anders aussehen. Vor allem kleine Kommunen müssen mehr als bisher im regionalen Zusammenhang denken und nicht zu sehr auf den eigenen Kirchturm schauen. Dort, wo ernsthaft der Wille besteht, auch kleinere Wohnungsbauprojekte umzusetzen, sind die VNW-Unternehmen bereit, zu prüfen, wie bezahlbare Wohnungen geschaffen werden können. Das betrifft auch Projekte, die auf den ersten Blick ungeeignet und nicht wirtschaftlich erscheinen.“

    „Die im VNW organisierten Unternehmen bauen keine Wohnungen, um damit hohe Gewinne zu erwirtschaften. Als sogenannte Bestandshalter sind sie gekommen, um zu bleiben. Sie halten ihre Wohnungen über Jahrzehnte in ihrem Bestand, sanieren und modernisieren im Gespräch mit ihren Mietern und können so eine bezahlbare Miete garantieren. Die durchschnittliche Nettokaltmiete bei diesen Wohnungsunternehmen liegt bei 5,41 pro Quadratmeter – und damit 1,60 Euro unter dem Landesdurchschnitt.“

    „Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein durch VNW-Mitgliedsunternehmen rund 900 Wohnungen fertiggestellt. Die Investitionen in Neubau, Instandhaltung und Modernisierung lagen bei rund 380 Millionen Euro. Allein für den Neubau von bezahlbarem Wohnraum wurden rund 218 Millionen Euro ausgegeben. Damit investierten in den vergangenen zehn Jahren VNW-Unternehmen landesweit mehr als drei Milliarden Euro in bezahlbaren Wohnraum.“

    „Damit das Stormarner-Bündnis bezahlbaren Wohnraum hervorbringt, braucht es vor allem die Städte und Gemeinden wie auch den Kreis Stormarn selbst. Ohne wohnungsbaugeeignete Grundstücke kein Wohnungsbau. Ohne bezahlbare Grundstücke und finanzierbare Anforderungen kein bezahlbarer Wohnungsbau. Ohne klares Bekenntnis für den Neubau und entsprechende politische Beschlüsse kein Projekt - und das im Zweifel auch gegen die Meinung Einzelner, die mit Wohnraum versorgt sind.“

    „Städte und Gemeinden müssen die gesetzlich geregelten Vorkaufsrechte für Grund und Boden anwenden, um Flächen für den Bau bezahlbarer Wohnungen zu generieren. Erst durch Flächen wird eine Stadt, Gemeinde oder Kommune handlungsfähig. Das Vorkaufsrecht gibt es, nur wird es derzeit kaum genutzt. Der Verzicht auf das Vorkaufsrecht muss jedes Mal geprüft und darf nur die Ausnahme sein.“