VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Staat muss eingreifen

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Die Kieler Landesregierung muss sich um prekäre Wohnverhältnisse von Mitarbeitern der Schlachthöfe kümmern.

    95/2020

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Schleswig-Holstein hat die Kieler Landesregierung und den Landtag aufgefordert, ein Wohnraumschutzgesetz zu verabschieden. Hintergrund seien die unhaltbaren Umstände, unter denen Mitarbeiter des Schlachthofs in Kellinghusen untergebracht sind.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Auch in Schleswig-Holstein arbeiten und wohnen Menschen unter miserablen und beschämenden Bedingungen. Mitten unter uns. Für die betroffenen Menschen eine Zumutung und für die hohe Anzahl der anständigen Vermieterinnen und Vermieter im Lande eine Belastung.

    Der VNW unterstützt die Forderung nach einem Gesetz, das es unmöglich macht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so unterzubringen. Als Verband der Vermieter mit Werten ist es mir eine Abgrenzung zu den ‚schwarzen Schafen‘ unter den Vermietern wichtig.

    Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf und Werkswohnungen dürfen nicht dazu dienen, das hierzulande geltende, umfassende Mietrecht auszuhebeln. Wer Menschen eine Wohnung oder ein Zimmer vermietet, der muss sich an diese Regelungen halten.

    Wer von abhängig Beschäftigten im Monat pro Bett 400€ kassiert, beutet sie aus. Ob das in Schleswig-Holstein so bleibt, hat der Landesgesetzgeber selbst in der Hand.

    Wir begrüßen, dass die Bundesregierung das Thema ‚Werkverträge‘ angepackt hat. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Bundesländer des Problems der prekären Wohnverhältnissen der Betroffenen annehmen.

    Die staatlichen Stellen müssen – wie bei anderen Vermietern auch – zudem die Einhaltung der Gesetze kontrollieren können. Es kann nicht sein, dass anderweitige Regelungen das verhindern und so ein Bereich der Willkür und Gesetzlosigkeit entsteht.

    Landesregierung und Landtag sollten sicherstellen, dass die Unternehmen nicht nur für menschenwürdigen Arbeitsbedingungen sondern auch für ordentliche Wohnbedingungen verantwortlich sind.

    Die allermeisten Vermieter im Land verhalten sich anständig und halten sich nicht nur wie selbstverständlich an Recht und Gesetz, sondern wissen, was sich gehört und was nicht. Das darf durch Einzelfälle nicht in Misskredit gebracht werden.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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