VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Sonderwünsche und hohe Baukosten

    Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt und VNW-Direktor Andreas Breitner diskutierten über Herausforderungen der Wohnungspolitik.

    VNW-Direktor Andreas Breitner hat Bürokratie und Sonderwünsche in den Hamburger Bezirken beklagt, wodurch immer wieder der Bau bezahlbaren Wohnraums behindert wird. Der Umgang mit der einen oder anderen Bauprüfabteilung sei manchmal schwierig, sagte Breitner am Montagabend bei einer Diskussionsrunde mit Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt. Zudem verteuerten Sonderwünsche wie nach einer zusätzlichen Ampel oder einer Grünanlage die Baukosten. Manchmal trügen Nebenverabredungen dazu bei, dass ein Projekt nicht oder verzögert umgesetzt werden könne.

    Senatorin Stapelfeldt verwies auf den politischen Willen, möglichst rasch bezahlbare Wohnungen zu errichten. Jährlich würden bis zu 10.000 Wohnungen gebaut, was angesichts der Voraussagen von Forschern unverzichtbar sei. Stapelfeldt erwartet, dass bis zum Jahr 2030 rund 100.000 Menschen zusätzlich in Hamburg leben würden. Für die dann rund 70.000 zusätzlichen Haushalte seien daher neue Wohnungen notwendig. Derzeit leben in Hamburg rund 1,8 Millionen Menschen. Mit Blick auf die Bezirksämter meinte Stapelfeldt, dass es bei der Auslegung der Bauordnung manchmal „unterschiedliche Welten“ gebe.

    Sowohl Stapelfeldt als auch Breitner verwiesen auf die zuletzt deutlich gestiegenen Baukosten. Eine Ursache seien fehlende Kapazitäten der Bauwirtschaft, was es zu einer enormen Herausforderung mache, jedes Jahr 10.000 Wohnungen zu errichten, sagte Stapelfeldt. Breitner wiederum verwies darauf, dass vor allem VNW-Mitgliedsunternehmen qualitätsvoll bauen würden, weil sie als sogenannte Bestandshalter ihre Wohnungen über Jahrzehnte unterhalten würden.

    Nach den Worten der Senatorin hat der Umgang mit öffentlichem Grund und Boden einen besonderen Stellenwert. Boden sei nicht unendlich vermehrbar, weshalb Hamburg künftig bei der Vergabe von Grundstücken verstärkt auf das Erbbaurecht setzen wolle. VNW-Direktor Breitner verwies auf Probleme am Ende des Erbpachtzeitraums, die zu hohen Kosten bei den Wohnungsunternehmen führen könnten. Er schlug eine sogenannte ewige Erbpacht vor. Im Gegenzug sicherten die Wohnungsunternehmen Mieten zu, die unter dem aktuellen Mietspiegel liegen, und dass die Grundstücke nicht verkauft werden.