VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Anstieg der Wohngeldzahlungen in Mecklenburg-Vorpommern: "Das soziale System funktioniert."

    122/2020

    Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern haben in diesem Jahr bereits fast so viel Wohngeld ausgezahlt wie im gesamten Jahr 2019. Die Haushalte seien  mit 29 Millionen Euro unterstützt worden, berichtet die dpa. Ursache für den Anstieg sei neben der Corona Pandemie die Wohngeldreform zum 1. Januar 2020. Zum Jahreswechsel waren die Höhe der Leistungen angehoben und der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert worden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Wohngeld ist der Indikator für eine krisenhafte Entwicklung in unserer Gesellschaft. Das zeigt die Zunahme der Wohngeldzahlungen. Sie macht aber auch deutlich, dass das soziale System in unserem Land funktioniert.

    Natürlich ist jeder Einzelfall der Ausdruck einer schwierigen Situation für die Betroffene bzw. den Betroffenen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen verdeutlichen aber auch: Menschen, die nachweislich wegen der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, konnte rasch und unbürokratisch geholfen werden.

    Entscheidend ist: Die Menschen mussten und müssen sich keine Sorge um ihr Dach über dem Kopf machen. Ihr Wohnen ist sicher. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften haben das von Anfang an klargestellt: wer wegen Corona in Not gerät ist, muss um seine Wohnung nicht fürchten.

    Doch nicht nur das: Mieterinnen und Mieter wurden im persönlichen Gespräch ausführlich beraten und dabei auf die staatlichen Sozialleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung hingewiesen. Der VNW wiederum setzte sich dafür ein, dass die staatlichen Leistungen rasch und unbürokratisch ausgezahlt werden.

    Eine Stundung der Miete sollte nur der letzte Schritt sein. Schließlich muss das Geld später nachgezahlt werden. Sozialleistungen müssen dagegen nicht zurückgezahlt werden und erlauben den Betroffenen nach der Krise einen Neustart unter besseren Bedingungen.

    Der Staat muss mehr aufklären

    So erfreulich der Anstieg der Wohngeldzahlungen ist, weil der Kreis der Anspruchsberechtigten Anfang dieses Jahres ausgeweitet wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen haben auch herausgefunden, dass nur ein Drittel der Menschen Wohngeld bezieht, die einen Anspruch darauf haben. Dadurch spart Mecklenburg-Vorpommern Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro.

    Deshalb plädiert der VNW dafür, dass bereits das Finanzamt prüft und den Steuerpflichtigen darüber informiert, wenn dieser Anspruch auf Wohngeld hat. Am besten wäre es dann, wenn dem Anspruchsberechtigten automatisch das Wohngeld überwiesen würde und er gar nicht erst einen Antrag stellen müsste. Das wäre sozial gerecht und unbürokratisch.

    Unverzichtbar ist es ferner, die Menschen besser als bisher aufzuklären. Jahr für Jahr werden für die unterschiedlichsten Dinge Aufklärungskampagnen in Auftrag gegeben. Im Falle des Wohngelds wäre das eine sinnvolle Sache. Dabei könnte den Menschen die Sorge genommen werden, dass sie erst ihr Angespartes aufbrauchen oder umziehen müssten, wenn sie Wohngeld beziehen würden.

    Das Wohngeld ist nämlich ein Zuschuss zur Deckung der Wohnkosten, der ohne Wenn und Aber gewährt wird, wenn die Höhe der Miete oder Belastung für angemessenen Wohnraum die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Haushalts übersteigt. Er wird auch unabhängig davon gezahlt, wo jemand wohnt.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 389 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Jenny Sturm/AdobeStock