VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    So ist die GWG Grimmen zu retten

    VNW-Direktor Andreas Breitner traf sich mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Heike Hübner und Stadtrat Roland Wildgans.

    Grimmen. Im Ringen um den Erhalt der Grimmener Wohnungsgesellschaft (GWG) als kommunales Unternehmen hat sich Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), am Montag mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Heike Hübner und Stadtrat Roland Wildgans getroffen.

    Breitner machte in dem gut eineinhalbstündigen Gespräch deutlich, dass der VNW sich gemeinsam mit Partnern aktiv in die Diskussion über die Zukunft der GWG einbringen wolle. „Wir bieten der Stadt als Eigentümerin der Wohnungsbaugesellschaft an, ein Zukunftskonzept zu entwickeln, das zu einer nachhaltigen Gesundung der Gesellschaft führt“, sagte Breitner nach dem Gespräch.

    „Wir reichen der Stadt die Hand, um einen Verkauf der GWG zu verhindern“, fügte der Verbandsdirektor hinzu. „Wir verstehen die wirtschaftlichen Gründe, die eine solche Option für eine Eigentümerin als attraktiv erscheinen lassen. Wir werden jetzt aber versuchen, in einem Gegenmodell den Nachweis führen, dass es wirtschaftliche Alternativen gibt.“

    „Die Verantwortlichen der Stadt haben uns zugesagt, dass - entgegen anderslautenden Informationen - der Verkauf keineswegs beschlossene Sache sei und andere Optionen ernsthaft erwogen würden“, sagte Breitner weiter. „Darauf vertrauen wir mit unserem Hilfsangebot.“

    Vier Alternativen einer möglichen Rettung

    In dem Gespräch wurden verschiedene Alternativen einer möglichen Rettung angesprochen. So hält VNW-Direktor Andreas Breitner  

    1. die Sanierung der GWG,

    2. eine Umwandlung in eine Genossenschaft oder

    3. die Fusion mit einer anderen Genossenschaft genauso wie für möglich wie 

    4. die Geschäftsbesorgung durch ein anderes Wohnungsunternehmen.

      

    „Bundesweit zeigen die Beispiele der Veräußerung kommunaler Wohnungsbaubestände, dass alle betroffenen Kommunen damit ihren direkten Einfluss auf städtebauliche Entwicklungen aufgaben. Die Verantwortlichen in den Kommunen beklagen inzwischen alle, dass durch die Privatisierung ihr Einfluss auf das bezahlbare Wohnen verloren gegangen sei und sie diesen weitreichenden Schritt rasch bereut hätten.“

    „Das verbandspolitische Ziel des VNW besteht daher darin, die Kommunen durch gute und kompetente Beratung vorab von anderen Optionen zu überzeugen“, sagte Breitner weiter. Aus diesem Grund werde der VNW der Stadt Grimmen ein Angebot zur Erstellung eines Zukunftskonzeptes GWG machen. „Wenn die Stadt will, werden wir bis Frühjahr nächsten Jahres liefern und eine Grundlage für die Zukunft der GWG schaffen“, sagte Andreas Breitner.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt in den drei Bundesländern bei den VNW-Mitgliedsunternehmen bei 5,74 Euro.