VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    "Sinnvoll und pragmatisch"

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu den wohnungspolitischen Beschlüssen des SPD-Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern.

    82/2019

    Die SPD Mecklenburg-Vorpommerns will auf dem Wohnungsmarkt wieder mehr staatlichen Einfluss, um gutes und bezahlbares Wohnen sicherstellen zu können. Dazu sollen ein langfristiges Förderprogramm für den Mietwohnungsbau aufgelegt und ein öffentliche Bodenfond in der Hand einer Landesgesellschaft geschaffen werden, beschloss ein Parteitag am Sonntag. Flächen sollen nicht mehr meistbietend verkauft, sondern gezielt als Bauland entwickelt werden. Im ländlichen Raum soll die Sanierung des Bestandes vorangetrieben werden. Um die Investitionskraft kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsgesellschaften zu erhöhen, wollen die Sozialdemokraten die Unternehmen schrittweise von DDR-Altschulden befreien.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Das sind sinnvolle und pragmatische Beschlüsse, die die SPD als Teil der Landesregierung, der die Ministerpräsidentin stellt, jetzt auch so rasch wie möglich umsetzen muss. Besonders gut ist, dass die mecklenburg-vorpommersche SPD sich gegen populistische Forderungen aus dem linken politischen Lager stemmt. Eine ausreichende öffentliche Förderung und vor allem die Bereitstellung von Bauland zu fairen Preisen schaffen die richtigen Voraussetzungen, damit bezahlbarer Wohnraum in größerem Umfang geschaffen werden kann. 

    Ob ein öffentlicher Bodenfond am Ende nicht zu mehr Bürokratie und damit längeren Planungszeiten führt, wird sich zeigen. Es ist aber richtig, die Verfügbarkeit von Grundstücken in den Fokus zu rücken. Bei der öffentlichen Förderung liegt die Betonung auf ‚langfristig‘. Der Bau bezahlbarer Wohnungen ist ein Langstreckenlauf. Dem muss der Staat sich bei seiner Unterstützung anpassen, um so allen Beteiligten ein Mindestmaß an Planungssicherheit zu geben.

    Positiv ist ferner, dass der ländlicher Raum wieder mehr Aufmerksamkeit erlangt. Ich verstehe unter ‚Sanierung des Bestandes‘, dass in die Jahre gekommene und nicht mehr nachgefragte Wohngebäude auch abgerissen und durch moderne Wohnhäuser ersetzt werden können. So sinnvoll vor 50 Jahren in der DDR die Errichtung von mehrgeschossigen Neubauten in Dörfern gewesen sein mag. Heute wirken die Grundrisse der Wohnungen, aber auch die Zahl der Wohnungen in einer kleinen Gemeinde wie aus der Zeit gefallen. Da hilft letzten Ende nur der Abriss."

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

       

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: dpa/Daniel Reinhardt