VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Senat muss auf "zweite Miete" achten

    Soll das Kohlekraftwerk Moorburg an Hamburgs Fernwärmenetz angeschlossen werden? VNW-Direktor Andreas Breitner warnt vor steigenden Energiekosten. 

    Gegner und Befürworter eines Anschlusses des Kohlekraftwerks Moorburg an das Hamburger Fernwärmenetz haben sich in der Bürgerschaft einen Schlagabtausch geliefert. Während die rot-grünen Regierungsfraktionen am 25. April den Verzicht auf einen Anschluss bekräftigten, forderten CDU, FDP und AfD die Nutzung der dort bei der Stromerzeugung ohnehin anfallenden Wärme.

     

    Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), erklärte angesichts der Pläne des Senats, auf einen Anschluss zu verzichten: „Ich warne vor deutlich steigenden Energiekosten, die als ‚zweite Miete‘ am Ende die Mieterinnen und Mieter zu tragen haben. Bezahlbares Wohnen wird für die Betroffenen damit immer schwieriger.“

     

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind in Hamburg mit rund 1.000 Anschlüssen im Fernwärmenetz der Hansestadt vertreten. Bereits jetzt belasten die Heizkosten die Haushalte in Wohnungen von VNW-Unternehmen im Durchschnitt mit einem Euro pro Quadratmeter.“

     

    „Fernwärme ist jetzt im Vergleich zu anderen Wärmeversorgungsformen relativ teuer“, sagte Breitner weiter. „Hinzu kommt: der Preis je Megawattstunde für Kohle ist im Vergleich zu Gas bzw. erneuerbaren Energien deutlich günstiger. Fällt also Kohle aus den Energiemix zur Fernwärme-Erzeugung heraus, kann das den Fernwärmepreis deutlich nach oben treiben.“

     

    An den Senat gerichtet sagte Breitner: „Der Senat hat eine besondere Verantwortung für die Entwicklung der ‚zweiten‘ Miete. Steigende Fernwärmekosten stehen der Absicht, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, diametral entgegen.“

     

    Foto: Fotolia/powell83