VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Schutz vor unlauteren Vermietern

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Soziale Erhaltungsverordnungen in Stadtteilen verhindern Luxussanierung und Spekulation mit Wohnungen.

    115/2020

    Das schwedische Wohnungsunternehmen Akelius Residential Property hat angekündigt, künftig auf Luxussanierungen von Mietwohnungen zu verzichten. Akelius werde sich aus der hochwertigen Sanierung von Objekten zurückziehen, sagte eine Unternehmenssprecherin dem Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt. Künftig würden keine Altbauten „mit enormem Instandhaltungsrückstau mehr erworben werden“. Akelius war in der jüngeren Vergangenheit wiederholt wegen seiner Geschäftspraktiken in die Schlagzeilen geraten. Das börsennotierte Unternehmen kaufte bislang unsanierte Wohnungen, renovierte und modernisierte diese und erhöhte anschließend deutlich die Miete.

    Zu der Ankündigung von Akelius erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Das ist eine gute Nachricht für Mieterinnen und Mieter. Nicht alles, was gesetzlich erlaubt ist, ist auch moralisch in Ordnung. Eine Wohnung luxuriös zu sanieren und anschließend die Miete deutlich zu erhöhen, so dass die bisherigen Bewohner ausziehen müssen, weil sie sich ihr Heim nicht mehr leisten können, gehört dazu.

    Die Pressemitteilung zum Anhören

    Die im VNW-organisierten Wohnungsunternehmen, die Wohnungen langfristig verwalten, beweisen Jahr für Jahr, dass man Wohnungen sanieren sowie modernisieren und dennoch Mieten verlangen kann, die unter dem Durchschnitt des Hamburger Mietenspiegels liegen. Derzeit beträgt bei ihnen die monatliche Netto-Kalt-Miete im Durchschnitt 6,82 Euro pro Quadratmeter.

    Die Entscheidung von Akelius zeigt aber auch, dass eine Stadtverwaltung genügend Möglichkeiten besitzt, Unternehmen das Handwerk zu legen, die rücksichtslos auf Kosten der Mieterinnen und Mieter ein Geschäft machen wollen. Dazu bedarf es keiner Mietpreisbremse, keines Mietendeckels und schon gar nicht der Enteignung von Wohnungsunternehmen.

    In Hamburg gelten derzeit in 16 Gebieten sogenannte soziale Erhaltungsverordnungen. Um die Verdrängung von Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen zu verhindern, sind in diesen Gebieten die aufwändige Modernisierung, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und der spekulative Verkauf kompletter Wohngebäude untersagt. Zudem kann die Stadt ein Vorkaufsrecht ausüben, um Luxussanierung oder spekulative Umwandlungs- und Verkaufstätigkeiten einzuschränken.

    Die Stadtentwicklungsbehörde hat in den vergangenen Jahren wiederholt unter Beweis gestellt, dass sie bereit ist, diese sinnvollen rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen. Derartige Eingriffe in einen funktionierenden Wohnungsmarkt helfen, negative Auswüchse zu verhindern, ohne den sozial orientierten Wohnungsunternehmen zu schaden.“

    Hier können Sie den Text von Hinz&Kunzt nachlesen.

    Hier erhalten Sie einen Überblick über die Hamburger Stadtteile, in denen gegenwärtig eine soziale Erhaltungsverordnung gilt.

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Markus Scholz/dpa