VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Rückgang zeichnet sich ab

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Hamburger Immobilienmarktbericht 2020: "Diese Zahlen sind beunruhigend."

    71/2020

    Die Stadt Hamburg hat am Donnerstag ihren jährlichen Immobilienmarktbericht veröffentlicht. Demnach sind die Preise für Mehrfamilienhaus-Bauplätze im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen. Im Mittel wurden rund 1.700 Euro pro Quadratmeter zu errichtender Wohnfläche gezahlt. Die Zahl der verkauften Bauplätze für den Geschosswohnungsbau sank um 22 Prozent.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Diese Zahlen sind beunruhigend, weil sie verdeutlichen, dass in den kommenden Jahren die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum deutlich schwieriger als in den vergangenen Jahren werden wird. Üblicherweise dauert es vom Erwerb eines Grundstücks zwischen drei und vier Jahren, bis die Schlüssel für eine Wohnung übergeben werden können. Heute zeichnet sich also bereits der Rückgang des Wohnungsbaus in einigen Jahren ab.

    Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen berichten seit längerem darüber, dass es schwieriger geworden ist, Grundstücke zu finden, die für den Bau bezahlbaren Wohnraums geeignet sind. Das liegt auch an dem Bauboom der vergangenen Jahre, so dass die reifen Früchte gepflückt sind. Hinzu kommen gestiegene Anforderungen der Bezirkspolitik. Wer jetzt bauen will, muss sich auf schwierigere Baubedingungen einstellen.

    Von der Politik erwarte ich in so einer Situation, dass sie bauwilligen Unternehmen verstärkt unter die Arme greift. Der Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft, öffentliche Grundstücke künftig vornehmlich im Wege des Erbbaurechts vergeben zu wollen, ist kontraproduktiv. Er verteuert eher den Bau von bezahlbarem Wohnraum und schreckt Unternehmen ab.

    Hamburg hat in den vergangenen neun Jahren gezeigt, wie eine zukunftsorientierte und soziale Wohnungsbaupolitik aussehen kann. Kern dieser Politik war der Bau von Wohnungen, um den Markt zu entlasten. Diese Politik war erfolgreich, wie man der Entwicklung der Mietpreise in der Hansestadt in den vergangenen beiden Jahren sehen kann. So lag der Mietenanstieg unter der allgemeinen Preissteigerungsrate – ein Vorbild in Europa.

    Im kommenden Jahrzehnt wird der Klimaschutz bei der Schaffung von Wohnraum eine deutlich größere Rolle spielen als früher. Damit die Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung bezahlbar bleiben, muss die Politik frühzeitig die Weichen stellen. Weniger bürokratische Auflagen, Grundstücke bevorzugt für jene, die dauerhaft preiswerten Wohnraum schaffen, und eine pragmatische Suche nach den besten Lösungen für den Klimaschutz sind die Herausforderungen, vor denen Hamburg steht.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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