VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Rückgang um 34 Prozent

    Bundesamt: Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Hamburg um gut ein Drittel gesunken. VNW-Direktor Andreas Breitner: Wohnungsbaupläne in Gefahr.

    163/2019

    Hamburg/Kiel. Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen vor allem in Ballungsräumen im Norden Deutschlands könnte sich noch verschärfen: Trotz hoher Nachfrage nach Immobilien erteilten die Behörden in Schleswig-Holstein und Hamburg im ersten Halbjahr 2019 deutlich weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als im Vorjahreszeitraum. „Vor allem in Hamburg ist der Rückgang dramatisch“, erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).

    Dem Statistischen Bundesamt zufolge sank in der Hansestadt die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen von 4295 im ersten Halbjahr 2018 auf 2820 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das ist ein Rückgang um 34 Prozent. In Schleswig-Holstein ging die Zahl der Baugenehmigungen von 7592 im Jahr 2018 auf 6976 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zurück. Das sind rund 8,1 Prozent weniger an Baugenehmigungen.

    „Der Rückgang der Zahl der Baugenehmigungen in Hamburg lässt für die kommenden Jahre nichts Gutes erahnen“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Wenn man weiß, dass etwa zwei Jahre nach Erteilung einer Baugenehmigung eine Wohnung fertiggestellt ist, lässt sich erahnen, in welche Richtung die Entwicklung geht. Wenn das so weitergeht, wird Hamburg seine ambitionierten Pläne beim Wohnungsbau nicht erfüllen können“, so Breitner. „Dadurch aber dürfte sich die Situation auf dem ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt verschärfen. Leidtragende werden Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen sein, die dringend eine bezahlbare Wohnung benötigen.“ 

    Hamburg hat in den vergangenen Jahren mit seinem Wohnungsbauprogramm vieles richtig gemacht“, sagte Breitner. „Rund 40.000 neue Wohnungen belegen das. Und klar ist auch, dass die einfach zu bebauenden Grundstücke inzwischen bebaut wurde. Die reifen Früchte sind gepflückt. Jetzt wird es schwieriger, aufwändiger und dauert länger. Der Fokus der städtischen Behörden muss jetzt darauf liegen, auch auf schwierigen Grundstücken Wohnungsbau zu ermöglichen. Dazu ist Flexibilität bei der Preisgestaltung genauso notwendig wie bei der Anwendung bürokratischer Auflagen.

    In Schleswig-Holstein ist die Entwicklung der Baugenehmigungszahlen zwar nicht ganz so schlimm wie in Hamburg, aber dennoch besorgniserregend. Der Rückgang um 8,1 Prozent dürfte die Situation in den Ballungsräumen verschärfen. Grundsätzlich gilt nach wie vor: nur der Bau von bezahlbaren Wohnungen führt zu einer Entspannung auf der Wohnungsmarkt. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat mit der Abschaffung der Mietpreis- und der Kappungsgrenze die Voraussetzungen für den Wohnungsbau deutlich verbessert. Die Kommunen müssen jetzt nachziehen und Baugrund bereitstellen“ erklärte VNW-Direktor Andreas Breitner.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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