VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Politik muss Zielkonflikt lösen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Hamburger Klimaplan: Der Ausgleich von Klimaschutz und bezahlbarem Wohnen ist unverzichtbar.

    217/2019

    Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Umweltsenator Jens Kerstan haben am Dienstag den neuen Klimaplan für Hamburg vorgestellt. Demnach soll unter anderem eine Pflicht zur Installation von Solaranlagen ab 2023 auf Hamburgs Dächern (im Neubau) festgeschrieben werden. Ab 2021 soll es beim Tausch von Heizungsanlagen einen verpflichtenden Anteil Erneuerbarer Energien ab Mitte 2021 geben. Ölheizungen im Neubau sollen ab 2022 nicht mehr zulässig sein.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Keine Frage: Am Klimaschutz führt kein Weg vorbei und dafür ist es ein Gebot der Stunde, die Wohnungspolitik der vergangenen Jahre fortzusetzen. Nur die Errichtung moderner Wohnungen kann helfen, die Herausforderungen des Klimaschutzes zu meistern und den Ausgleich von Ökologie und Wohnungsbau zu schaffen. Allerdings gewinnt man Mieterinnen und Mieter mit mittlerem oder geringem Einkommen nicht, wenn man ihnen ihnen mehr Lasten aufbürdet. Ein künftiger Senat muss daher immer die ganze Stadt im Blick haben.

    Bezahlbares Wohnen und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zusätzliche energetische Auflagen und umweltpolitische Sonderwünsche verteuern aber den Bau von Wohnraum und kollidieren so mit dem von der Gesellschaft gewünschten Ziel, dass sich alle Einkommensgruppen das Leben in Hamburg leisten können müssen, und mit der Forderung, den Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu beseitigen. Die politischen Parteien müssen diesen Zielkonflikt lösen, indem sie Prioritäten setzen. Die Parteien stehen in der Verantwortung. Das Wünschenswerte ist oft nicht das Machbare.

    Vor allem die wiederholte Senkung der Kappungsgrenze führt dazu, dass den Wohnungsunternehmen investive Mittel für die Sanierung und Modernisierung und von Bestandswohnungen entzogen werden. Wer von der Wohnungswirtschaft höhere Ziele bei den Einsparungen von Kohlendioxid fordert, muss sicherstellen, dass die Unternehmen diese Ziele auch bezahlen können. Denn eines ist klar: Deutliche Mieterhöhungen, um Ausgaben für mehr Klimaschutz zu bezahlen, werden bei Haushalten mit mittlerem und niedrigem Einkommen schwer umsetzbar sein.

    Wenn künftig bei Neubauten auf jedem Dach Solaranlagen errichtet werden sollen, dann dürfte es keine Gründächer mehr geben.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 371 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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