VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Obergrenze ist notwendig

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu der Diskussion über zu viele Ferienwohnungen an den Küsten von Schleswig-Holstein.

    109/2020

    In vielen Gemeinden an der Nord- und der Ostseeküste Schleswig-Holsteins ist die Zahl der Ferienwohnungen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Jetzt versuchen einige Gemeinden, dagegen anzugehen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Angesichts der Erfahrungen mit der Corona-Pandemie wird in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Ferienwohnungen in Deutschland und damit der Druck auf die Kommunen in Schleswig-Holstein steigen.

    Die Pressemitteilung zum Anhören

    Die Tatsache, dass das Anbieten von Ferienwohnungen oftmals lukrativer ist als eine dauerhafte Vermietung zu Wohnzwecken, hat allerdings bereits zu einem Mangel an bezahlbaren Wohnungen und überproportionalen Mietsteigerungen geführt.

    Auf den Halligen und Inseln oder den Kommunen an Nord- und Ostsee kann man ein Lied davon singen. Viele Menschen, die dort arbeiten, können sich dort das Wohnen nicht leisten und müssen stattdessen täglich zum Festland pendeln. Unternehmen tun sich immer schwerer, Fachkräfte zu finden, weil diese am Arbeitsort keine Wohnung finden.

    Obergrenze für die Zahl von Ferienwohnungen notwendig

    Aus meiner Sicht sollten die Kommunen in Schleswig-Holstein eine Obergrenze für die Zahl von Ferienwohnungen festlegen. Jede neue Wohnung, die entsteht, sollte jetzt vorrangig dem Wohnungsbau dienen. Die Verantwortlichen vor Ort können am besten einschätzen, wann es genug ist.

    Natürlich sorgen Ferienwohnungen über die Zweitwohnungssteuer auch für Einnahmen, auf die viele Städte und Gemeinden nicht verzichten können. Aber es gehört zur kommunalen Daseinsvorsorge, Einheimischen die Möglichkeit zu bieten, auch vor Ort und nah am Arbeitsort wohnen zu können. Ein Teil der kommunalen Verantwortung, denen viele Verantwortliche in den Rathäusern und Amtsgebäuden nicht mehr gerecht werden.

    Der Tourismus diktiert schon heute den kommunalen Alltag in den Nord- und Ostseebädern Schleswig-Holsteins. Wohnungsbauunternehmen bemängeln, dass auch bei der Planungshoheit der Städte und Gemeinden oftmals der Ferienwohnung vor dem Dauerwohnen der Vorzug eingeräumt wird. Wohnungsbauprojekte werden oftmals in der Saison zurückgestellt und nach der Saison vernachlässigt. Verliererinnen und Verlierer sind diejenigen, die in den touristisch nachgefragten Städten und Gemeinden des Landes eine Wohnung zur Eigennutzung suchen. Corona könnte für diese Entwicklung als Katalysator wirken und sie verstärken.

    Bau bezahlbarer Wohnungen in Geschossgebäuden vorantreiben

    Allerdings wird allein ein Verbot des ungehemmten Baus weiterer Ferienwohnungen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht beseitigen. Die Bürgermeister müssen zugleich den Bau von bezahlbaren Wohnungen in Geschossgebäuden vorantreiben und ihre Planungshoheit für das Dauerwohnen zielgerichtet einsetzen.

    Die im VNW-organisierten Wohnungsunternehmen haben Jahrzehnte lange Erfahrung in der Verwaltung bezahlbarer Wohnungen. Mit ihnen lassen sich Konzepte für Wohnquartiere entwickeln, in denen Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen eine Wohnung finden können.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Bertold Fabricius