VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Nur Wohnungsbau hilft

    VNW-Direktor Andreas Breitner würdigt die Hamburger Wohnungsbauzahlen und übt scharfe Kritik an dem Vorschlag für einen Berliner Mietendeckel.

    170/2019

    In den deutschen Metropolen entsteht immer mehr neuer Wohnraum. Besonders viele Kräne drehen sich in Hamburg. Je 10.000 Einwohner wurden dort im vergangenen Jahr 58 Wohnungen fertig. Das ist der höchste Wert unter den sieben Städten mit mehr als 600.000 Einwohnern, wie ein Vergleich örtlicher Statistiken durch die Deutsche Presse-Agentur ergab. Es folgten München (53), Frankfurt (47) und Berlin (46). Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt seien inzwischen in der Lage, ihren Bedarf nach und nach zu decken, sagte der Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Voigtländer. Dort dürfte sich der Wohnungsmarkt im nächsten Jahrzehnt entspannen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die von der dpa veröffentlichten Zahlen belegen: der über mehrere Jahre anhaltende Bau von Wohnungen entspannt die Lage auf dem Wohnungsmarkt nachhaltig. Bereits im Frühjahr hatte eine Studie ergeben, dass der Mietenanstieg in Hamburg im vergangenen Jahr mit 1,3 Prozent deutlich unter der allgemeinen Preissteigerungsrate von 1,9 Prozent lag. Jetzt zeigt sich, dass auch quantitativ etwas in Bewegung geraten ist. Menschen finden in Hamburg eine Wohnung, die ihren Bedürfnissen entspricht.

    Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind jene Unternehmen, die besonders für den Bau bezahlbarer Wohnungen stehen. Allein im vergangenen Jahr errichteten VNW-Unternehmen in Hamburg mehr als 2100 4000 Wohnungen. In diesem Jahr sollen es mehr als 3000 werden. Und das bei einer durchschnittlichen Nettokaltmiete pro Quadratmeter von 6,79 Euro. Insgesamt wurden in Hamburg seit dem Jahr 2011 mehr als 40.000 Wohnungen gebaut.

    Diese Zahlen sind die beste Antwort auf die untauglichen Pläne des Berliner Senats, einen Mietendeckel über die ganze Stadt zu stülpen. Wer in diesem Zusammenhang das Wort ‚sozial‘ in den Mund nimmt, muss sich fragen lassen: Was ist eigentlich daran sozial, wenn der hoch bezahlte Bundesligafußballer von Hertha BSC in seinem Luxushaus die gleiche Miete pro Quadratmeter bezahlt wie der Bezieher eines niedrigen Einkommens in seiner einfachen Hinterhausmietwohnung?

    Nein: der Mietendeckel ist vor allem ein Geschenk an jene, die sich bislang eine teurere Wohnung leisten konnten. Sie werden künftig teilweise ihre Miete halbieren können. Wer glaubt, dass so sozial durchmischte Quartiere entstehen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Niemand wird aus seiner Gründerzeitwohnung ausziehen, weil die Miete nun noch halb so hoch ist.

    Hinzu kommt, dass ein Mietendeckel Investitionen in die Modernisierung und Sanierung von Wohnraum nahezu unmöglich macht. Wie man dadurch die anspruchsvollen Klimaschutzziele erreichen will, das soll mir mal jemand erklären. Nicht zuletzt trifft der Mietendeckel auch Wohnungsgenossenschaften, die seit vielen Jahrzehnten bezahlbare Wohnungen zur Miete anbieten und dabei nicht eine Maximalrendite im Blick haben. Ihnen wird ein Bärendienst erwiesen.

    Das ist keine soziale Politik mehr, sondern bedroht nachhaltig den Bau von Wohnungen. Bei einem Mietendeckel wird niemand mehr außer dem Staat Wohnungen bauen. Wenn wir in Deutschland eines aus der Zeit vor der deutschen Einheit gelernt haben: der Staat allein ist nicht in der Lage, für ein ausreichendes Wohnungsangebot zu sorgen. Wer das verspricht, sagt nicht die Wahrheit.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Christian Charisius/dpa