VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Nichts mit der Realität zu tun

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Kritik der Sozialverbandes Deutschland am sozialen Wohnungsbau in Hamburg: "Horrorszenarien!"

    15/2020

    Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat einem Bericht des Hamburger Abendblatts zufolge die Wohnungsbaupolitik des Hamburger Senats kritisiert. Der Hamburger Landesvorsitzende Klaus Wicher warf dem Senat vor, sich zu Unrecht für die 3717 Sozialwohnungen, die im vergangenen Jahr errichtet worden seien, zu feiern. Nach wie vor fielen jedes Jahr mehr Sozialwohnungen aus der Bindung als neue geschaffen würden. Auch müssten Eltern bereits ihre Kinder bei einer Genossenschaft anmelden, wenn diese später eine Wohnung haben wollten.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Derartige Horrorszenarien haben wenig mit der Realität zu tun. Der weitaus größte Teil der Sozialwohnungen in Hamburg wird von VNW-Unternehmen verwaltet. Deshalb bedeutet das Auslaufen einer Sozialbindung keineswegs, dass die Miete der betroffenen Wohnung von einem Tag auf den anderen sprunghaft steigt. Die Wohnung ist ja nicht plötzlich weg.

    Die Mieter müssen nicht ausziehen und die Miete wird - zumindest bei VNW-Unternehmen - auch nicht erhöht. Die Miete einer Sozialwohnung ist zudem gesetzlich streng geregelt. Das gilt auch für eine Erhöhung, wenn diese beispielsweise nach einer Sanierung oder Modernisierung notwendig wird.

    Tatsächlich stiegen die Mieten in Hamburg zuletzt insgesamt um 1,3 Prozent pro Jahr und damit geringer als die Inflationsrate. Man muss solch einen Erfolg auch wollen und mögen. Der Sozialverband scheint damit seine Schwierigkeiten zu haben.

    In Hamburg wurden seit 2011 mehr als 55.000 Wohnungen errichtet, darunter rund 20.000 Sozialwohnungen. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften übergaben seit 2016 rund 5500 Sozialwohnungen.

    Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung von rund 270.000 echten Mietverträgen ergab, dass die durchschnittliche monatliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter in Hamburg derzeit bei 8,21 Euro liegt.

    Auch der Vorwurf, man müsse bereits sein Kind anmelden, damit es später als Erwachsener in einer Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eine Wohnung erhalte, führt in die Irre. Im vergangenen Jahr vermieteten die im VNW organisierten Genossenschaften rund 10.000 Wohnungen an neue Mieterinnen und Mieter. Nix mit Closed Shop, sondern jede Menge neu vermietete Wohnungen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto:dpa/Orestis Panagiotou