VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Nicht Goldgräbern überlassen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur NDR-Umfrage: "Staatliche Eingriffe müssen der Versorgung der Menschen mit bezahlbarem Wohnraum dienen."

    14/2020

    Eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger ist einer Umfrage zufolge für mehr staatliche Eingriffe bei den Wohnungsmieten. 69 Prozent seien der Meinung, dass mehr staatliche Eingriffe wie ein Mietendeckel „in die richtige Richtung“ gingen, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR). 28 Prozent sähen staatliche Maßnahmen dagegen kritisch. Mehrheitlich zeigen sich die Hamburger allerdings zufrieden mit dem Wohnungsbau in der Hansestadt. So sagte 69 Prozent, der Wohnungsbau in bestehenden Wohnvierteln laufe in die richtige Richtung.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Wohnungen sind keine Kartoffeln. Sie sind anders als die Erdäpfel bei erhöhter Nachfrage eben nicht schnell vermehrbar. Der Wohnungsmarkt kann seine Probleme nicht alleine lösen. Was weitere staatliche Eingriffe angeht, so ist es am Ende wichtig, dass sie der Versorgung der Menschen mit bezahlbaren Wohnungen dienen. Der Wohnungsmarkt darf nicht den Marktradikalen, den Profitgierigen und den Goldgräbern überlassen werden.

    Deshalb greift der Staat mit hohen Förderungen, Verordnungen, Satzungen und Gesetzen ja schon heute regulierend ein. Und das ist gut so. Hier ist konsequentes Einschreiten gefordert. Am besten ist es, mehr geförderten Wohnungsbau zu ermöglichen, dabei auf den Drittelmix achten und solche Eingriffe zu vermeiden, die jenen schaden, die bezahlbare Wohnungen errichten. Bedächtigkeit statt Radikalität ist hierbei ein guter Ratgeber.

    Eine große Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger ist mit der aktuellen Wohnungspolitik des Senats zufrieden. Und diese Wohnungspolitik zeichnet sich vor allem durch den Neubau von Wohnungen aus. So wurden seit 2011 rund 55.000 Wohnungen errichtet. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften haben vor allem bei der Errichtung bezahlbarer Wohnungen einen großen Anteil.

    Aus Sicht der anständigen Vermieter wäre gut, wenn in der Wohnungsdiskussion ein wenig Realismus Einzug hielte: Der Markt löst viele Probleme, aber nicht alle. Ihn zu verherrlichen ist genauso falsch wie in zu verdammen. Also bitte mit Augenmass und ohne radikale Maßnahmen regulieren.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Markus Scholz/dpa