VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Mondpreise gefährden Wohnungsbau

    VNW-Direktor Andreas Breitner verweist auf die dramatisch gestiegenen Baukosten. Besonders deutlicher Anstieg in den vergangenen drei Jahren.

    150/2019

    Die Betriebe des deutschen Bauhauptgewerbes haben im Mai dieses Jahres so hohe Aufträge erhalten wie noch nie zuvor in diesem Monat. Mit 7,5 Milliarden Euro lag der Wert der Bestellungen 8,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Die Unternehmen profitierten dabei allerdings erheblich von den stark gestiegenen Preisen für Bauleistungen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. So habe der Umfang der neuen Aufträge sogar 2,1 Prozent unter dem Wert aus dem Mai 2018 gelegen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Angaben des Statistikamts bestätigen eine dramatische Entwicklung, die VNW-Wohnungsunternehmen in den drei Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg seit einigen Jahren bemerken. Die Baupreise kennen nur eine Richtung: nach oben durch den Himmel zum Mond. Mondpreise eben. 

    Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (Arge) hat herausgefunden, dass in den Jahren zwischen 2000 und 2018 allein die Bauwerkskosten um rund 65 Prozent gestiegen sind. Einen besonders hohen Kostensprung gab es in den vergangenen drei Jahren. Die Baupreise wiederum stiegen seit dem Jahr 2000 um 45 Prozent. 

    Damit aber wird es für Wohnungsgesellschaften und Wohnungsgenossenschaften, die überwiegend Wohnungen zu niedrigen Mieten anbieten, immer schwieriger, eine ‚schwarze Null‘ zu schreiben.

    Dem VNW gehören Wohnungsunternehmen an, die es schon mehr als 100 Jahre gibt. Namen wie Buchdrucker- oder Schiffszimmerergenossenschaft belegen das. Den VNW-Mitgliedern geht es in ihrer Arbeit nicht um den schnellen Euro. Eine Maximalrendite ist nicht das Ziel ihres Wirtschaftens. Allerdings können sie auch nicht über einen längeren Zeitraum Verluste erwirtschaften, wenn sie am Markt überleben wollen.

    Daher bedrohen die dramatisch gestiegenen Baukosten das „Geschäftsmodell“ von Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Städten wie Kiel, Lübeck, Rostock, Greifswald oder Hamburg besonders hoch ist, wird für die Wohnungsunternehmen die Errichtung günstiger Wohnungen zu einer Quadratur des Kreises.

    Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften bei 5,92 Euro. Die Unternehmen im haben im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg fast 4000 bezahlbare Wohnungen errichtet. In diesem Jahr sollen es rund 5250 Wohnungen werden. Die explodierenden Baupreise gefährden ernsthaft die Ziele der VNW-Unternehmen."

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: ZUMA Wire/dpa/Fang Dongxu