VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Mit Fakten gegen den Populismus

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum "MietenMove" in Hamburg: Enteignung und Mietendeckel verschärfen nur die Lage auf dem Wohnungsmarkt.

    105/2019

    Ein Bündnis aus linken Gruppen und Initiativen hat am Sonnabend in Hamburg gegen steigende Mieten demonstriert. Die Teilnehmer zogen beim „MietenMove“ durch die Innenstadt. Die Organisatoren verlangten vom rot-grünen Senat eine Umkehr in der Stadtentwicklungspolitik. Sie wollen unter anderem mehr Schutz vor Mieterhöhungen, ein großangelegtes kommunales Wohnungsbau-Programm und mehr Sozialwohnungen mit unbefristeter Mietpreisbindung.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

    „Auch wenn die Lage auf Hamburgs Wohnungsmarkt in einigen Segmenten angespannt ist: wir haben keine Wohnungsnot in der Hansestadt. Eine Wohnungsnot gab es nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, als Menschen in Ruinen und ungeheizten Nissenhütten leben mussten und nicht das Nötigste zum Leben hatten. Wer also heute von Wohnungsnot spricht, der betreibt Panikmache und verbreitet Fakenews.“

    „Die Wohnungswirtschaft und der rot-grüne Senat haben ein ‚Bündnis für das Wohnen‘ geschlossen, in dem wir seit mehreren Jahren sehr gut zusammenarbeiten. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist, dass seit 2011 fast 40.000 Wohnungen gebaut wurden – ein großer Teil davon ist bezahlbar. Gegenwärtig werden jedes Jahr rund 10.000 Baugenehmigungen erteilt. Der Wohnungsbau in Hamburg boomt also.“

    „Populismus ist es, jedes Wohnungsunternehmen als ‚Miethai‘ zu diffamieren. Das schürt lediglich die Ängste der Menschen. Zudem bedeutet es eine Entmenschlichung sozialer Gruppen, wenn Vermieter als „Miethai“ oder „Heuschrecke“ bezeichnet werden. Tiervergleiche kennen wir aus anderen, schlimmen Zeiten Deutschlands.“

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind sogenannte Bestandshalter: sie handeln nicht mit Wohnungen. Sie bauen Wohnungen, um diese über viele Jahrzehnte zu fairen Preisen zu vermieten. Namen wie Buchdrucker- oder Schiffszimmerergenossenschaft belegen das. VNW-Unternehmen sind Vermieter mit Werten.“

    „In Hamburg gibt es rund 640.000 Mietwohnungen. Davon gehören den VNW-Unternehmen 270.000 und damit fast jede zweite Mietwohnung. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter beträgt derzeit 6,77 Euro und liegt damit damit fast zwei Euro unter dem Durchschnittswert des Hamburger Mietspiegels. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist das ein Anstieg um 1,35 Prozent. Nebenbei bemerkt: die Lebenshaltungskosten stiegen im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent.“

    „Die Enteignung von Wohnungsunternehmen wäre eine populistische Scheinlösung, die keines der aktuellen Probleme auf dem Wohnungsmarkt löst. Schließlich würde durch eine Enteignung kein einziger Quadratmeter neuer bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Stattdessen würden Entschädigungszahlungen die Finanzkraft der Stadt schwächen. Das Geld fehlt dann für den Bau neuer bezahlbarer Wohnungen.“

    "Die Diskussion um die Enteignung von Wohnungsunternehmen lenkt zudem davon ab, dass die Politik über viele Jahre den Bau von Wohnungen vernachlässigt hat. Steigende Mieten haben auch mit zusätzlichen energetischen Auflagen, mit dem Mangel an Baugrundstücken und mit erheblich gestiegenen Baukosten zu tun. Enteignung und Mietendeckelung sind Kampfbegriffe, die den Eindruck erwecken sollen, das Problem liege bei der Wirtschaft und nicht beim Staat. Dabei hat letzterer über rund ein Jahrzehnt den Wohnungsbau schlichtweg vernachlässigt. Da liegt die wahre Ursache für die Wohnungsmarktprobleme.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: dpa/Markus Scholz