VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Millionen für Barrierearmut

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum jüngsten Demografiebericht: "Hamburg ist jung, vergisst aber die Alten nicht. Schon gar nicht beim Wohnen."

    04/2019

    Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks haben am Dienstag die Fortschreibung des Demografiekonzepts für die Hansestadt vorgelegt. Danach geht der Senat davon aus, dass im Jahr 2030 bis zu zwei Millionen Menschen in Hamburg leben werden. Derzeit sei die Hansestadt mit einem Durchschnittsalter von 42,1 Jahren das jüngste deutsche Bundesland. Allerdings nehme in den kommenden Jahren die Alterung zu. 2035 würden demnach in Hamburg 425.000 Menschen älter als 65 Jahre alt sein, 120.000 von ihnen sind dann sogar über 80 Jahre.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Hamburg ist jung, vergisst aber die Alten nicht. Schon gar nicht beim Wohnen. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften geben bereits jetzt jedes Jahr rund 200 Millionen Euro dafür aus, ihre Wohnungen barrierearm zu gestalten. Neubauten werden grundsätzlich barrierearm errichtet. Bei den Bestandswohnungen erfolgen die Modernisierungen schrittweise. Oberstes Ziel ist es, dass die Mieterinnen und Mieter selbstbestimmt bis zu ihrem Lebensende in ihren eigenen vier Wänden leben können.

    Im Jahr 2017 investierten die Hamburger VNW-Unternehmen rund eine halbe Milliarde Euro in die Modernisierung und die Instandhaltung ihrer Wohnungen. Im vergangenen Jahr waren dafür Investitionen in Höhe von rund 630 Millionen Euro vorgesehen. VNW-Wohnungsunternehmen sind sogenannte Bestandshalter, die ihre Wohnungen über viele Jahrzehnte unterhalten und bezahlbar vermieten. Sie legen großen Wert darauf, dass ihre Mieterinnen und Mieter lange in den Wohnungen leben können. Viele Genossenschaften sind in Satzung dazu sogar verpflichtet.

    Barrierearmut bei bestehenden Wohngebäuden erreicht man beispielsweise über den nachträglichen Einbau von Aufzügen oder sogenannten Rampen. Dabei wird ein barrierefreier Eingang zur eigenen Wohnung geschaffen, damit diese beispielsweise dem Rollstuhl erreichbar ist. Hinzu kommen eine moderne Beleuchtung, mehrere Haltegriffe im Bad und auf der Toilette, breitere Türen und das Beseitigen von Absätzen. Im Außenbereich oder im Hausflur werden zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen.

    Zudem sind VNW-Unternehmen an vorderster Front dabei, wenn es darum geht, neue Wohnkonzepte auszuprobieren. Beim Altonaer Spar- und Bauverein gibt es seit längerem eine sogenannte Demenz-WG. Die Schiffszimmerer-Genossenschaft eG wird morgen ihre erste Wohngemeinschaft für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung eröffnen. Im jüngsten Neubau der Genossenschaft am Spannskamp in Stellingen wiederum wird es eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft und eine Pflegewohnung auf Zeit geben. Die Schiffszimmerer-Genossenschaft eG arbeitet dabei eng mit der Martha Stiftung zusammen. Die SAGA Unternehmensgruppe wiederum ist mit ihrer Tochtergesellschaft ProQuartier bei der Entwicklung moderner Quartiere, in denen ältere Menschen lange leben können, aktiv.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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