VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Mietenmoratorium ist falsch

    Wohnungswirtschaft und Baugewerbe sind sich einig: Ein einseitiges Mietenmoratorium löst eine unheilvolle Kettenreaktion aus.

    43/2020

    Hamburg. Die großen norddeutschen Vermieter und der Norddeutscher Baugewerbeverband e. V. haben vor einer Abwälzung der Lasten der Corona-Epidemie auf die Unternehmen der Wohnungswirtschaft und des Baugewerbes gewarnt.

    „Ein einseitiges Mietenmoratorium, das derzeit unter Politikerinnen und Politikern in Berlin diskutiert wird, hätten dramatische Folgen für die Wohnungsunternehmen und das Baugewerbe in Norddeutschland“, erklären Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), und Michael Seitz, Hauptgeschäftsführer der Bau-Innung Hamburg und Sprecher des Bündnisses „Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft“ in einer gemeinsamen Stellungnahme.

    „Kein Vermieter wird jetzt einer Mieterin oder einem Mieter die Wohnung kündigen, wenn diese die Miete auf Grund der Corona-Krise nicht bezahlen können. Es besteht also kein Grund, derart einseitige gesetzliche Regelungen zu erlassen. Vielmehr würde durch ein einseitiges Mietenmoratorium eine unheilvolle Kettenreaktion ausgelöst, an deren Ende viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Baugewerbe ihren Job verlieren könnten. 

    Auch Wohnungsgenossenschaften und dem Gemeinwohl verpflichtete Wohnungsgesellschaften müssen und wollen Rechnungen von Bauunternehmen und Handwerkern begleichen. Wenn jetzt und in den kommenden Monaten Mietzahlungen in erheblichem Umfang ausfallen, droht vielen Wohnungsunternehmen das Geld knapp zu werden. 

    In der Folge wären sie gezwungen, ihre Ausgaben soweit wie möglich herunterzufahren, um die eigene Existenz nicht zu gefährden. Für die jetzt noch arbeitsfähigen Handwerksbetriebe, Baustoffproduzenten und Baustoffhändler würden dann massenhaft Aufträge wegbrechen. Sie gerieten dadurch in existenzielle Not.

    Sinnvoller wäre es, jetzt nicht in den Markt einzugreifen und systemrelevante Unternehmen in ihrer wirtschaftlichen Basis zu gefährden, sondern den Menschen als Mieterin und Mieter in den Mittelpunkt zu stellen. Er muss gefördert und krisenfest ausgestattet werden.

    Notwendig ist es, jetzt so rasch wie möglich, einen ‚Sicher-wohnen-Fonds‘“ einzurichten, der die Liquidität von Wohnungswirtschaft und Baugewerbe sichert. Anträge der betroffenen Mieterinnen und Mieter müssen rasch bearbeitet und zinslose Darlehen umgehend gewährt werden. Eine genaue Prüfung kann später erfolgen.“, so Breitner und Seitz abschließend.

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

     

    Foto: Christian Charisius/dpa