VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Mehr Studentenunterkünfte

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Hamburger Wohnraum-Offensive für Studenten: "Stadt darf das Wohngeld nicht vergessen!"

    83/2019

    Wohnraum-Offensive für Studenten: SPD und Grüne wollen in Hamburg die Zahl der Unterkunftsplätze um ein Drittel steigern. Dazu sind Investitionen in Höhe von 130 Millionen Euro geplant.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Initiative der beiden Regierungsparteien ist der richtige Weg, bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen zu schaffen, die noch nicht über ein üppiges eigenes Einkommen verfügen. Ziel sollte es dabei sein, vor allem jene Wohnungsunternehmen zu unterstützen, die mit der Vermietung von Studentenbuden kein Geschäft machen wollen. Sonst würden wieder nur jene Studenten profitieren, die sich ohnehin schon viel leisten können.

    Auch beim Wohngeld, auf das sicher eine Reihe von Studentinnen und Studenten Anspruch hat, besteht Handlungsbedarf. Einer der wichtigsten Gründe, warum junge Menschen auf das ihnen zustehende Wohngeld ‚verzichten‘, liegt darin: sie wissen gar nicht, dass ihnen dieses Geld zusteht. Dabei muss man nicht Sozialhilfe beziehen, um anspruchsberechtigt zu sein. Es reicht, dass man kaum mit dem eigenen Einkommen über die Runden kommt. 

    Daneben glaubt so mancher Student, er muss beim Antrag auf Wohngeld der zuständigen Behörde seine gesamten finanziellen Verhältnisse offenbaren. Das stimmt natürlich nicht, und eigentlich ist die Beantragung von Wohngeld eine einfache Sache: die Höhe des Einkommens, die Miethöhe und die Personenzahl im Haushalt müssen angegeben werden. Das war’s.

    Die Hamburger Behörden sollten daher junge Menschen, die ihr Studium in Hamburg beginnen, automatisch aufklären und ihnen die Sorge zu nehmen, dass sie erst ihr Angespartes aufbrauchen müssen, wenn sie Wohngeld beziehen. Zudem liegen die für eine automatische Überweisung notwendigen Daten bei den Finanzämtern vor. Anstatt auf einen Antrag zu warten, könnte die Stadt mit der Prüfung der Steuererklärung feststellen, ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht - und das Geld einfach überweisen.“

    In Hamburg haben dem Statistikamt Nord zufolge Ende 2017 rund 11.950 Haushalte Wohngeld bezogen - elf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Folgt man der Annahme von Wissenschaftlern, dass nur ein Drittel der Anspruchsberechtigten Wohngeld bezieht, so ‚spart‘ Hamburg derzeit Jahr für Jahr rund 52,8 Millionen Euro.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

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